Bombenbauer: Hintermänner im Ausland?
Terror: Polizei fahndet nach den Drahtziehern
CSU fordert Überwachung von Deutschen, die zum Islam übertreten.
Hamburg. Die Fahndung läuft auf Hochtouren. Nach der Festnahme von drei mutmaßlichen Terroristen im Sauerland, die mit ChemikalienBomben verheerende Anschläge geplant hatten, sucht die Polizei jetzt die Hintermänner und Komplizen.
Die Bundesanwaltschaft bestätigte gestern, dass sieben weitere Islamisten im Visier der Fahnder sind. Der Staatssekretär im Bundesinnenministerium, August Hanning, sprach sogar von zehn Verdächtigen. Einige Drahtzieher sollen sich im Ausland aufhalten. Von ihnen gibt es offenbar nur Alias-Namen aus E-Mails. Gegen die im Inland lebenden Verdächtigen wurde noch kein Haftbefehl erlassen, weil man ihnen bislang keine direkte Verbindung zu den Bombenbauern nachweisen kann. Die drei Festgenommenen - ein Türke und zwei Deutsche, die zum Islam übergetreten sind - sitzen seit Mittwoch in Untersuchungshaft.
"Wir können uns nicht ausruhen, wir müssen weiter aufmerksam sein", sagte der Chef des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, in der ARD. Die akute "Gefahrenspitze" sei zwar abgebrochen, die Bedrohung insgesamt aber nicht gebannt. Die Polizei wertet jetzt Dokumente und Computer aus, die bei zahlreichen Razzien sichergestellt worden waren.
Weil zwei der drei Bombenbauer sogenannte Konvertiten sind, plädierte Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) dafür, Übertritte zum Islam in bestimmten Fällen überwachen zu lassen. Wenn "die Sicherheitsbehörden von einem Übertritt erfahren, sollten sie feststellen, ob es sich um eine liberale und humane Richtung des Islam handelt oder um eine islamistische". Auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) warnte, bei Konvertiten handele es sich mitunter um "gefährliche, fanatische Leute mit hoher krimineller Energie".




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