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Deutschland

Alkohol: Gerade die 16 und 17-Jährigen trinken mehr als vor zwei Jahren

Jeden Tag zwei Gläser und mehr

Drogenbeauftragte startet Woche "Alkohol - Verantwortung setzt Grenzen" und fordert 0,0 Promille am Steuer.

BERLIN. Jugendliche trinken heute deutlich mehr Alkohol als noch vor zwei Jahren. Nach einer Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung trinken rund 22 Prozent aller Zwölf- bis 19-Jährigen mindestens einmal pro Woche Alkohol. 2005 waren es noch 19 Prozent. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), forderte ein absolutes Alkoholverbot im Straßenverkehr. Nach ihren Angaben trinken zehn Millionen Deutsche deutlich zu viel. 1,6 Millionen Bundesbürger seien alkoholabhängig.

Besonders 16- bis 17-jährige männliche Jugendliche greifen immer öfter zur Flasche. Lag deren wöchentliche Trinkmenge umgerechnet auf reinen Alkohol 2005 noch bei etwa 108 Gramm, sind es jetzt 154 Gramm. Das entspricht etwa zwei Gläsern Alkohol pro Tag. Bei weiblichen Jugendlichen im selben Alter stieg die wöchentliche Alkoholmenge von rund 42 auf 53 Gramm.

Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale, sagte, unter Jugendlichen habe die Bereitschaft zugenommen, in kurzer Zeit fünf Gläser Alkohol und mehr zu trinken. Anfang 2007 habe jeder zweite Jugendliche im Alter von 16 oder 17 Jahren zugegeben, sich im vergangenen Monat an einem "Binge Drinking" (Koma-Saufen) beteiligt zu haben. Populär seien Bier, Bier-Mixgetränke und Spirituosen. Die vor einigen Jahren so beliebten Alkopops würden kaum noch konsumiert. Grund sei die Verteuerung durch die Einführung der Alkopopsteuer.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), forderte zum Auftakt der bundesweiten Aktionswoche "Alkohol - Verantwortung setzt Grenzen", ein absolutes Alkoholverbot im Straßenverkehr. "Wir brauchen 0,0 Promille am Steuer", sagte sie der "Märkischen Oderzeitung." Sie hoffe, dass nach dem ab August geltenden Alkoholverbot für Fahranfänger die Unfallzahlen dieser Gruppe so "überzeugend sinken", dass die Null-Promille-Grenze für alle Autofahrer politisch durchzusetzen sei. Bätzing forderte auch, "Flatrate-Partys" gesetzlich zu verbieten. Dabei wird zu einem Pauschalpreis unbegrenzt Alkohol ausgeschenkt.

Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen in Hamm trinken auch immer mehr Schwangere weiter Alkohol. 20 000 Babys werden jährlich in Deutschland mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen geboren, weil ihre Mütter in der Schwangerschaft nicht auf Alkohol verzichtet haben. Dabei ist bekannt, dass der Alkoholkonsum der Mutter vor der Geburt die häufigste Ursache für eine verzögerte geistige Entwicklung und körperliche Beeinträchtigung bei Kindern ist. Hyperaktivität und Lernbehinderungen können die Folge sein.

Die Aktionswoche findet vom 14. bis 18. Juni statt. Sie wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der deutschen Hauptstelle für Suchtfragen veranstaltet. Insgesamt sind 2000 Veranstaltungen geplant.AP, epd

 

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