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Deutschland

Ausreißer, Schiffsjunge, Terrorist

Acht Jahre nach seiner Haftentlassung ist Stefan Wisniewski wieder ins Visier der Bundesanwälte geraten. Dabei stand der heute 54-Jährige bislang eher im Schatten von damaligen Top-Terroristen wie Brigitte Mohnhaupt oder Christian Klar. Im Gegensatz zu anderen RAF-Mitgliedern entstammte Wisniewski nicht dem linken Studentenmilieu. Er wurde in einem kleinen Schwarzwalddorf als Sohn eines polnischen Zwangsarbeiters geboren. Als Kind wurde Wisniewski in ein Heim für schwer erziehbare Jungen gesteckt. Er brach immer wieder aus, ging noch als Jugendlicher nach Hamburg und fuhr zur See. Später besuchte er in Hamburg eine Abendschule. Die antiautoritäre Bewegung zog ihn an. Der RAF schloss er sich nach dem Tod von Holger Meins an, der 1974 in der Haft bei einem Hungerstreik starb. Als Mitglied der sogenannten zweiten RAF-Generation zählte Wisniewski zu der vierköpfigen Gruppe, die Arbeitgeber-Präsident Hanns-Martin Schleyer am 5. September 1977 in Köln entführte. Er wurde im Mai 1978 in Paris verhaftet und erhielt im Dezember 1981 zu zweimal lebenslänglich verurteilt.1999 kam er auf Bewährung frei - die Düsseldorfer Richter befanden, Wisniewski habe sich von der RAF Haft "glaubhaft" distanziert.AFP

 

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