Klimawandel
Forschung massiv ankurbeln
Kommentar
Während in Deutschland um die richtigen Maßnahmen zur Begrenzung des Klimawandels gestritten wird, fordert der Chefberater der Kanzlerin in den USA eine dritte industrielle Revolution. In einem globalen Manhattan-Projekt will der Klimafolgenforscher Joachim Schellnhuber die Anstrengungen von Wissenschaft und Technik zusammenführen. Klimaexperten und Ingenieure sollen jetzt - wie in den 40er-Jahren die Physiker in Los Alamos - ihre Kräfte in einem weltweiten Projekt bündeln.
Denn diese historische Herausforderung ist, wenn überhaupt, nur gemeinsam zu meistern. Entschlossen warb der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) deshalb auf der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften in San Francisco, an der etwa 6000 Menschen aus 60 Ländern der Erde teilnehmen, für die weltweite Zusammenarbeit.
Die Chancen, dass die USA bei einem solchen Projekt mitziehen, stehen besser als je zuvor. Offensiv mahnen inzwischen auch US-Wissenschaftler und vermehrt Politiker, man dürfe die dramatischen Folgen der globalen Erwärmung für das (menschliche) Leben überall auf der Erde nicht mehr ignorieren. Auch von ihnen waren viele mahnende Worte auf der Konferenz zu hören.
Entscheidend wird aber sein, ob es Europa und den USA gelingen wird, in den kommenden fünf Jahren Forschung und Innovationen massiv anzukurbeln, klimaschonenden Technologien weltweit zum Durchbruch zu verhelfen. Die deutsche Wirtschaft und Politik haben die Chance, beispielsweise bei der Erneuerung der Kraftwerke, mit gutem Beispiel voranzugehen.



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