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Deutschland

Aufschwung geht am deutschen Einzelhandel vorbei

BERLIN. Die guten Wirtschaftsdaten und die anziehende Konjunktur haben sich beim Einzelhandel bislang nicht positiv bemerkbar gemacht. Auch im Oktober setzte die Branche weniger um und schnitt damit erneut schlechter ab als erwartet.

Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr real um 0,8 Prozent. Gegenüber dem Vormonat wurde ein Rückgang von real 0,2 Prozent errechnet. Beobachter hatten dagegen ein Plus erwartet. Nach Einschätzung der Commerzbank profitiert der klassische Einzelhandel derzeit nicht von den Vorzieheffekten wegen der Mehrwertsteuererhöhung Anfang 2007. Eine höhere Nachfrage gibt es bei Instandsetzung und Reparaturen an Gebäuden sowie in der Automobilbranche.

"Wenn man die Daten ernst nimmt, sind sie schlecht. Nach dem Rückgang im Vormonat sind die Umsätze nahezu unverändert. Auch wenn man einrechnet, dass die Daten noch nach oben revidiert werden, liefern sie keine Anzeichen, dass der private Konsum brummt", sagt Commerzbank-Analyst Ralph Solveen. Der Vorzieheffekt bei einigen Produkten gehe auf Kosten anderer Käufe. "Der große Schwung ist nicht zu sehen." Allgemein gehen die Analysten nicht davon aus, dass die Erhöhung der Mehrwertsteuer die Konjunktur wieder abwürgen wird.

Vor allem bei Lebensmitteln setzen die Bundesbürger demnach den Rotstift an. Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren musste im Oktober denn auch ein deutliches Umsatzminus von real 3,9 Prozent hinnehmen. Das größte Umsatzminus verbuchte mit 5,7 Prozent der Versandhandel. Positiv lief es für Drogerien und Apotheken, Haushaltsgeräte sowie Textilien und Lederwaren.

Der Einzelhandelsverband setzt jetzt auf das Weihnachtsgeschäft. Die bisherige Entwicklung liege "im Rahmen unserer Erwartungen", sagte Verbandspräsident Josef Sanktjohanser. "Ein Kaufrausch ist das nicht." Für November und Dezember erwartet die Branche dennoch ein Umsatzplus von etwa zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr.HA

 

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