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Deutschland

Unterschiede beim Einkommen wachsen

BERLIN/HAMBURG. Die Schere geht immer weiter auseinander, das verfügbare Geld ist in Deutschland ungleich verteilt. Nach einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung wird der Abstand zwischen den Arbeitseinkommen der Mehrheit und den Gewinneinkommen sowie dem Vermögen einer überschaubaren Personenzahl beständig größer. Der Anteil der Arbeitseinkommen am gesamten Einkommen aller privaten Haushalte droht im laufenden Jahr sogar unter 40 Prozent zu fallen. 1960 waren es noch 55,8 Prozent, 1991 noch 48,1 Prozent. Damit sinkt das Kaufkraftpotenzial der Arbeitnehmer immens.

Als Gründe dafür nennt die Studie die hohe Arbeitslosigkeit, die Ausbreitung des Niedriglohnsektors und die geringen Lohnzuwächse der vergangenen Jahre. "Zentrale Vorhaben der Bundesregierung wie Mehrwertsteuererhöhung, Unternehmenssteuersenkung oder die Gesundheitsreform verstärkten die Ungleichheit", heißt es in der Studie.

Die CDU hat auf ihrem Parteitag gerade ein Konzept beschlossen, mit dem Arbeitnehmer am Unternehmensgewinn beteiligt werden sollen. Die Parteiführung begründete den Vorstoß damit, dass die Gewinne und das Kapitaleinkommen zuletzt deutlich stärker gestiegen seien als die Arbeitseinkommen. Auch die Koalitionspartner in der SPD haben das Modell grundsätzlich befürwortet, forderten aber, dass Details noch geklärt werden müssten.

Die Verbraucher haben nach Einschätzung von Konsumforschern wieder größere Kauflust, wenn die Arbeitslosenzahlen sinken. Der Experte der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Rolf Bürkl, sagte: "Wenn die Zukunftsängste geringer sind, sind die Leute eher bereit, Geld auszugeben."

Die Kauflaune der Deutschen war zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts auf den höchsten Stand seit fünf Jahren gestiegen. Dahinter steht der GfK zufolge vor allem das rationale Kalkül der Verbraucher, Preiserhöhungen wegen der ab Januar steigenden Mehrwertsteuer zu umgehen und größere Anschaffungen deshalb vorzuziehen.ryb, rtr

 

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