Rekord: Zwischen Oktober und November fanden 2686 Menschen neue Beschäftigung
Hamburg: Zehn Prozent weniger Arbeitslose
Besonders in den Branchen Logistik und Dienstleistung wurden viele neue Stellen geschaffen.
Hamburg. Die Nachrichten vom Hamburger Arbeitsmarkt könnten kaum besser sein: Noch nie ist die Zahl der Arbeitslosen in der Hansestadt zwischen einem Oktober und November so stark zurückgegangen wie in diesem Jahr, und zwar sowohl in absoluten Zahlen als auch prozentual. 87 899 Hamburger waren im November ohne Arbeit. Das sind 2686 Arbeitslose weniger als im Vormonat, was einem Rückgang von rund drei Prozent entspricht. Die Arbeitslosenquote in Hamburg liegt jetzt bei zehn Prozent und damit leicht über dem deutschen Durchschnitt (9,6 Prozent). Gegenüber dem November 2005 sank die Zahl der Hamburger ohne Beschäftigung sogar um 9933 oder 10,2 Prozent. "Hamburg profitiert stark vom Welthandel und der Globalisierung", begründete Arbeitsagenturchef Rolf Steil den Rekordrückgang. Vor allem dem Dienstleistungsbereich seien die guten Nachrichten zu verdanken, sagte der Agenturchef. Neben der Medien- und Computerbranche boome vor allem der Bereich Logistik. "Speditionskaufleute finden Sie derzeit gar nicht mehr am Markt", so Steil. Der "als historisch zu bezeichnende Rückgang" erreiche durchweg alle Gruppen des Arbeitsmarktes. Jüngere oder Ältere, Frauen oder Männer, Deutsche oder Ausländer - in allen Bereichen sei die Arbeitslosigkeit gesunken. Nicht alle Arbeitsverhältnisse seien traditionelle Anstellungsverhältnisse. Großen Anteil am Aufwärtstrend hätte die Zeitarbeit. "Die Zeitarbeit brummt in Hamburg", sagte Steil. In kaum einer anderen Stadt sei Zeitarbeit so wichtig wie hier.
Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ist erneut stärker angestiegen als in allen anderen Bundesländern. Im September 2006 lag die Zahl dieser regulären Arbeitsplätze in Hamburg bei 767 239 - gegenüber September 2005 16 921 Arbeitsplätze mehr.
"Die Arbeitsmarktpolitik des Senats, die einen Schwerpunkt auf das Entstehen neuer Arbeitsplätze legt, zeigt hier nachhaltige Wirkung", sagte Wirtschaftssenator Gunnar Uldall (CDU).
Bei den Langzeitarbeitslosen, also denjenigen, die länger als ein Jahr ohne Arbeit sind, sieht die Entwicklung ungünstig aus: Ihre Zahl stieg im Vergleich zum November 2005 drastisch um 9677 oder 32,9 Prozent auf jetzt 39 052 an. Arbeitsagenturchef Steil betonte, dass die strukturellen Probleme am Arbeitsmarkt nach wie vor ungelöst seien. "Ein Grundproblem ist, dass einfache Arbeit in Deutschland zu teuer ist", sagte Steil dem Abendblatt.
Eine Möglichkeit zur Lösung des Problems seien Kombilohnmodelle. Das Hamburger Modell, bei dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer für bis zu zehn Monate je 250 Euro Zuschuss bekommen, sei ein Erfolgsmodell, so Steil. 73 Prozent der 7000 geförderten Arbeitslosen hätten eine Festanstellung auch über den Förderzeitraum hinaus gefunden. Steil forderte eine raschere Entbürokratisierung. Dabei sei der Kündigungsschutz "nicht das Hauptthema". Den Beschluss der CDU, die Bezugsdauer von Arbeitslosengeld für Ältere zu verlängern, nannte Steil "kontraproduktiv".




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