Ein Quiz über Land und Leute . . .
Kommentar: Fragebogen zur Einbürgerung
Platzeck, Kubicki, Lafontaine, de Maizière, Engholm, Bouffier - diese kurze Aufzählung von Namen einiger deutscher Politiker zeugt von Beispielen gelungener Integration. Die Vorfahren der Genannten kamen einst aus dem slawischen, skandinavischen oder französischen Raum zu uns. Einen Fragebogen zur Einbürgerung mußte keiner ausfüllen. Trotzdem ist aus ihnen und ihren Nachkommen etwas geworden. Aus den meisten jedenfalls.
Was also lief damals anders, und wo haben wir heute Probleme? Ein- oder Auswanderer trafen früher meist eine endgültige Entscheidung. Hatten sie ihr altes Heimatland freiwillig oder gezwungenermaßen verlassen und eine neue Bleibe gefunden, blieb ihnen meist gar nichts anderes übrig, als sich zu integrieren.
Das ist anders, seit Industriestaaten wie Deutschland in Zeiten des Aufschwungs nicht Einwanderer, sondern lediglich Arbeitskräfte auf Zeit suchten. Gedanken über ein dauerhaftes Zusammenleben hatte sich während des Wirtschaftswunders niemand gemacht. Den Arbeitsmigranten wiederum bot sich die Möglichkeit, Familienmitglieder nachzuholen, Sozialgesetze zu nutzen, zwischen alter und neuer Heimat zu pendeln - und sich in geschlossenen Wohngebieten abzukapseln. Sie haben die Möglichkeiten genutzt, die sich ihnen boten und die sie für sich für gut befanden.
Wer angesichts der oft zitierten Parallelgesellschaften mit all ihren negativen Begleiterscheinungen etwas ändern will, muß die Bedingungen ändern, unter denen bisher in Deutschland Einwanderung und Einbürgerung stattfanden. Ein Quiz über Land und Leute, an dem auch manch bildungsferner Urgermane scheitern würde, taugt eher für die Fernsehunterhaltung.



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