Vogelgrippe-Alarm: Tote Tiere auch in Hamburg
Seuche: Immer mehr Funde in Deutschland. Vögel werden jetzt auf gefährliches Virus untersucht. Minister Seehofer warnt vor Panik.
Hamburg. Der Ausbruch der Vogelgrippe auf Rügen hat bei Politikern und Experten große Sorgen ausgelöst. Nach den ersten bestätigten Funden des gefährlichen Virus bei zwei toten Schwänen und einem Habicht auf der Ostsee-Insel gab es gestern zahlreiche weitere Verdachtsfälle in den nördlichen Bundesländern. Fachleute versicherten aber, noch seien Menschen nur bei sehr engem Kontakt zu infizierten Tieren gefährdet.
Auch in Hamburg wurden bis gestern abend etwa 15 tote Vögel unter strengen Sicherheitsvorkehrungen geborgen und in das Institut für Hygiene und Umwelt gebracht. Dort werden sie auf das H5N1-Virus untersucht, das auch für Menschen lebensgefährlich sein kann. Frühestens heute abend, so Gesundheitsbehördensprecher Hartmut Stienen, sollen erste Ergebnisse vorliegen. Unter den Tieren sind auch Schwäne, die besonders sensibel auf das Virus reagieren.
Auch im Raum Plön/Ostholstein/Lübeck wurden mehr als ein Dutzend toter Schwäne, Enten und Möwen eingesammelt und im Landeslabor in Neumünster untersucht. In Niedersachsen gab es ebenfalls Funde toter Vögel, aber noch keine konkreten Verdachtsfälle auf die Seuche. Alle Landwirte und Hobbyzüchter wurden aufgefordert, ihr Geflügel sofort in die Ställe zu bringen.
Agrarminister Horst Seehofer (CSU) sprach gestern nach einer Sitzung des Krisenstabs von Bund und Ländern von einer "sehr ernsten Lage". Es gebe aber keinen Grund zur Panik. Es müsse alles getan werden, um ein Überspringen des Virus von Wildvögeln auf Hühnerfarmen zu verhindern. Sonst müßten riesige Bestände vernichtet werden.
Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) betonte, das Risiko für Menschen habe sich nicht erhöht. Die Vogelgrippe sei eine Tierseuche. Experten schließen aber nicht aus, daß sich das Virus so verändern könnte, daß irgendwann auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich wird. In diesem Fall droht eine weltweite Pandemie.
Hamburgs Gesundheitsbehörde forderte die Bürger auf, alle toten Vögel bei den Verbraucherschutzämtern zu melden. Gesundheitsstaatsrat Dietrich Wersich (CDU) mahnte im Abendblatt aber zur Vorsicht: "Wichtig ist es, sich von kranken und toten Tieren fernzuhalten."




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