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Deutschland

TV-Duell - die meisten erwarten Punktsieg für Schröder

Berlin. Zwei Wochen vor der Wahl werden Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und seine Herausforderin Angela Merkel von der Union am Sonntag im Fernsehen aufeinander treffen. 90 Minuten werden sie sich in einem Studio in Berlin-Adlershof den Fragen von vier Moderatoren stellen. Das mit Spannung erwartete TV-Duell wird um 20.30 Uhr von ARD, ZDF, RTL und Sat.1 live übertragen.

RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel zeigte sich am Freitag zuversichtlich, daß wie bei den beiden Duellen zwischen Schröder und CSU-Chef Edmund Stoiber 2002 wieder mehr als 15 Millionen Zuschauer einschalten werden. Auf Wunsch Merkels kam diesmal nur eine Fernsehdebatte zustande. Die Konsequenz ist, daß zwei Politiker von doppelt so vielen Moderatoren befragt werden. Die zwei öffentlich-rechtlichen wie die beiden Privat-Sender schicken prominente Interviewer: ARD und ZDF schicken Sabine Christiansen und Maybrit Illner, RTL und Sat.1 Kloeppel und Thomas Kausch.

"Es ist ja ohne Zweifel, daß das ein eigentümlicher Abend wird", sagte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender zu der Konstellation. "In vier Fernsehsendern das gleiche Bild. Das ist ein Hauch von Nordkorea." Die Regeln für das Duell wurden im Vergleich zu 2002 gelockert. Die starren Vorgaben für die Redezeit wurden aufgehoben. Die Moderatoren werden trotzdem darauf achten, daß die Differenz am Ende nicht mehr als eine Minute beträgt. Kanzler und Kandidatin können auch direkt auf Aussagen des anderen reagieren.

Der Mainzer Medienforscher Hans Mathias Kepplinger sagte Schröder einen schweren Stand gegen Merkel voraus. Der Kanzler könne die Unionskandidatin nicht so hart angehen wie im Jahr 2002 Stoiber. Er dürfe aber auch nicht zu sehr den Charmeur geben, denn das wirke schnell überheblich. Merkel habe in jüngster Zeit sehr an Selbstsicherheit, Charme und fraulicher Ausstrahlung gewonnen.

Vorab-Umfragen ergaben übereinstimmend, daß die meisten Deutschen in dem TV-Duell einen Punktsieg für Schröder erwarten. Unterschiede gibt es auch bei der persönlichen Vorbereitung. Merkel ließ sich vom früheren ZDF-Moderator Alexander Niemitz Sprech- und Präsentationstraining geben. Aus Unionskreisen hieß es, Merkel bereite sich "intensiv und ernsthaft" vor. Am Sonnabend habe sie keine Termine. Am Sonntag schlafe sie aus, mache einen Spaziergang und fahre am frühen Abend nach Adlershof. Von der Regierungsseite hieß es, der Kanzler werde sich am Wochenende im Kreis seiner Familie entspannen und noch ein paar Akten studieren.ap, dpa, HA

 

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