Hamburg: Schlechtreden hilft nicht
Hamburgs Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig (parteilos) hat an der jüngsten OECD-Studie kaum ein gutes Haar gelassen. "Das Umdenken in der Bildungspolitik hat in Deutschland und auch in Hamburg längst begonnen, aber das wird von der OECD nicht ausreichend gewürdigt", sagte Dinges-Dierig.
Hamburg gehe den Weg zu flexibleren Stundentafeln und mehr Ganztagsschulen. "Die Beispiele Skandinavien, Großbritannien oder Niederlande zeigen, dass der Umbau des Bildungssystems zehn bis 15 Jahre dauert", betonte Dinges-Dierig. "Das Schlechtreden von guten, auf die Schiene gesetzten Maßnahmen hat noch niemandem geholfen."
Mit Blick auf die Kritik der OECD, dass die Bildungsausgaben in Deutschland deutlich niedriger seien als in anderen Ländern, sagte die Senatorin: "Gerade das Beispiel Hamburg zeigt, dass nicht das Geld darüber entscheidet, ob die Bildungsqualität besser oder schlechter ist." Hamburg liege zwar bei den Bildungskosten pro Schüler bundesweit an der Spitze, nicht jedoch bei Leistungstests.
Ein völlig anderes Urteil fällt die SPD-Bildungsexpertin Britta Ernst: "Drei Jahre nach Vorstellung der Pisa-Studie hat der Senat nichts dazugelernt." Die Landesregierung ignoriere die OECD-Empfehlungen. "Wir brauchen mehr und nicht weniger Geld für die Bildung", sagte Ernst. Während die internationalen Bildungsexperten zu mehr Investitionen im Grundschulbereich drängen, kürze die Bildungssenatorin auf diesem Sektor.
Für den CDU-Bildungsexperten Robert Heinemann ist wichtig, dass das Geld "auf Basis klarer Leistungsstandards gezielter" eingesetzt wird. "Hamburg ist auf dem richtigen Weg", sagte der CDU-Abgeordnete.



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