Ethikrat: Klonen sollte verboten bleiben
Empfehlung: Einigung nach langer Diskussion. Gremium ist aber zerstritten
Berlin. Das Klonen von Embryonen zu Forschungszwecken sollte nach Ansicht des Nationalen Ethikrates weiterhin verboten bleiben. Nach eineinhalbjähriger Diskussion einigte sich das Gremium gestern in Berlin auf diese Empfehlung.
Gleichwohl gibt es gegensätzliche Meinungen unter den 25 Mitgliedern des Gremiums. 12 sind eigentlich für eine begrenzte Zulassung des so genannten Forschungsklonens. Fünf Experten - darunter drei Kirchenvertreter und der frühere SPD-Vorsitzende Hans-Jochen Vogel - wollen das bestehende Verbot grundsätzlich beibehalten. Hingegen plädieren weitere fünf Fachleute nur "zum jetzigen Zeitpunkt" für ein Fortbestehen des Verbotes. Drei Mitglieder haben sich gar nicht festgelegt.
Lob für die Stellungnahme kam von Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD). Sie bezeichnete die Empfehlung als "dem gegenwärtigen Stand der Forschung angemessen". Auch der Vorsitzende der Enquete-Kommission des Bundestages "Ethik und Recht der modernen Medizin", Rene Röspel (SPD), begrüßte das Votum. "Aber dazu brauche ich keine eineinhalb Jahre dauernde Debatte", meinte er mit Blick auf den Entscheidungsprozess des Ethikrats. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse habe es in dieser Zeit nicht gegeben. Auch sein Stellvertreter im Enquete-Vorsitz, Hubert Hüppe (CDU), betonte, die Empfehlung des Ethikrats bringe die Diskussion nicht weiter.
Beruhigt über die Empfehlung zeigten sich mehrere Parlamentarier von SPD und Bündnisgrünen. Für die Liberalen ist die Stellungnahme dagegen "nicht mehr als eine Momentaufnahme". Die Vorsitzende des Bundestags-Forschungsausschusses, Ulrike Flach (FDP), geht von einer baldigen Änderung der Linie des Ethikrats aus. Hingegen sprach die Vize-Vorsitzende der Unionsfraktion, Maria Böhmer (CDU), von einer "rückwärts gewandten, unproduktiven Diskussion". Sie kritisierte, dass der Ethikrat lediglich zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Verbot des Forschungsklonens empfehle. Damit schaffe man weitere Konfusion. Der CDU-Abgeordnete Hermann Kues nannte das Votum "nicht hilfreich".
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, und der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, begrüßten die Empfehlung des Ethikrates gegen das therapeutische Klonen. Sie bedauerten aber ausdrücklich, dass es in der Stellungnahme befürwortende Stimmen zum therapeutischen Klonen gebe.




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