Weniger Menschen bei den Montagsdemos
Etwa 70 000 Menschen protestierten. Schwerpunkte bleiben Berlin, Magdeburg und Leipzig.
Berlin. Die Proteste gegen die Arbeitsmarktreform Hartz IV wurden gestern vor allem in Ostdeutschland fortgesetzt. Schwerpunkte der Demonstrationen waren wie in den vergangenen Wochen Berlin, Magdeburg und Leipzig. Unterschiedliche Angaben gab es über die Teilnehmerzahlen.
Nach Angaben der Veranstalter nahmen rund 70 000 Menschen in diesen drei Städten an den Protestmärschen teil. Vor einer Woche hatten sich nach Schätzungen von Polizei und Organisatoren zwischen 100 000 und 150 000 Menschen an den Demonstrationen beteiligt. Sie werfen der rot-grünen Koalition vor, durch die zum Jahresbeginn geplante Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe viele Menschen in die Armut zu drängen.
In Berlin zogen wegen eines Streits unter den Organisatoren zwei Demonstrationszüge durch die Hauptstadt. Der größere zog vom Roten Rathaus zur Grünen-Zentrale. Während die Veranstalter von 30 000 Menschen sprachen, schätzte die Polizei die Teilnehmerzahl deutlich geringer auf 5000. Zu der Demonstration hatte ein Bündnis von Bürgerinitiativen, PDS, Attac sowie Gewerkschaftsvertretern aufgerufen.
Die Demonstranten skandierten Parolen wie "Weg mit Hartz IV - das Volk sind wir" und forderten auf Transparenten und in Sprechchören die Ablösung von Bundeskanzler Gerhard Schröder.
In Leipzig zogen nach Angaben der Polizei rund 16 000 Menschen mit Trillerpfeifen und Sprechchören durch die Straßen. In der kommenden Woche will der ehemalige SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine an der Leipziger Demonstration teilnehmen. In Magdeburg, wo die Demonstrationen vor vier Wochen begonnen hatten, verringerte sich die Teilnehmerzahl. Dort gingen am Montag nach Polizeiangaben 8000 Menschen auf die Straße. Vor einer Woche waren es noch doppelt so viele gewesen.




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