CSU
Früherer Bundesinnenminister "Fritz" Zimmermann ist tot
Der CSU-Politiker starb im Alter von 87 Jahren. Der Weggefährte Franz-Josef Strauß' war unter Helmut Kohl außerdem auch Bundesverkehrsminister.
Berlin. Der frühere Bundesinnenminister Friedrich Zimmermann ist tot. Der CSU-Politiker starb am Sonntag im Alter von 87 im österreichischen Filzmoos, wie der Bürgermeister der Gemeinde, Johann Sulzberger, der Nachrichtenagentur dapd bestätigte. Von 1982 bis 1989 war Zimmermann Bundesinnenminister, von 1989 bis 1991 Bundesverkehrsminister.
CSU-Chef Horst Seehofer würdigte Zimmermann als "echten politischen Charakterkopf und eine der markanten Persönlichkeiten in der deutschen Politik". Der frühere Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag und ehemalige Minister habe "bleibende Akzente vor allem in der Innenpolitik und der inneren Sicherheit gesetzt". "Leidenschaftliches Engagement in der Sache und große Herzlichkeit im persönlichen Umgang kennzeichneten den Menschen Fritz Zimmermann", sagte Seehofer und fügte hinzu: "Wir werden uns mit Respekt und Dankbarkeit an ihn erinnern."
Zimmermanns Kurs in der Innenpolitik war allerdings stark umstritten. Vermummungsverbot, Volkszählung, Kronzeugenregelung, Änderung des Asylrechts sind nur einige Schlagworte für Ereignisse in seiner Amtszeit. Als "Law-and-order"-Mann wurde er immer wieder von der Opposition angegriffen. Auch das ungenügende Krisenmanagement der Bundesregierung nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl im April 1986 wurde Zimmermann, der bis dahin auch für die Umweltpolitik zuständig war, angelastet. Teile von Zimmermanns Arbeit fanden aber auch breite Anerkennung, so zum Beispiel sein Einsatz für schadstofffreie Autos und bleifreies Benzin.
Eine mehr als 40-jährige Karriere in der Politik
Zimmermann wurde am 18. Juli 1925 in München als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns geboren. 1943 meldete er sich freiwillig zum Kriegsdienst. Erst nach einem Volontariat bei der Deutschen Bank holte er 1946 das Abitur nach, studierte Rechtswissenschaften und Volkswirtschaft und promovierte. 1948 trat er der CSU bei und machte rasch Karriere. Mit 30 wurde er CSU-Generalsekretär und baute einen flächendeckenden Parteiapparat auf. 1957 wurde der promovierte Jurist erstmals in den Bundestag gewählt. Unerbittlich verfolgt wurde Zimmermann von dem Spitznamen "Old Schwurhand", der nach einer Verurteilung wegen eines fahrlässigen Falscheides im Münchener Spielbanken-Prozess 1959 entstanden war. Zwar wurde Zimmermann bereits zwei Jahre später von einer höheren Instanz freigesprochen, der Spitzname aber blieb.
1976 wurde Zimmermann Vorsitzender der CSU-Landesgruppe. Kaum im Amt, verkündete Zimmermann im November den berühmten Trennungsbeschluss von Kreuth, mit dem die CSU der CDU die Fraktionsgemeinschaft aufkündigte. Wenige Wochen später machte die CSU die Trennung rückgängig. Drei Jahre, von 1979 bis 1982, war Zimmermann Stellvertreter des damaligen Unions-Fraktionsvorsitzenden Helmut Kohl (CDU) im Bundestag, nach dem Regierungswechsel 1982 sieben Jahre dessen Innenminister und ab 1989 drei Jahre Verkehrsminister.
In seinem Wahlkreis Landshut rebellierte unterdessen die CSU-Basis gegen ihren Abgeordneten, der sich zu selten präsent zeigte, und stellte für die nächste Wahl einen anderen Kandidaten auf. Zum Ende der Wahlperiode schied er 1991 aus Regierung und Bundestag aus. Zimmermann war drei Mal verheiratet und hatte zwei Töchter. (dapd)














