06.09.12

NS-Opfer

Holocaust-Überlebende treffen sich in Auschwitz

Auf dem Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers gedachten Holocaust-Überlebende den Opfern des Nationalsozialismus.

Foto: dpa/DPA
Christoph Heubner (3.v.l.), Exekutivpräsident des Internationalen Auschwitz-Komittee im Dezember 2011 im ehemaligen KZ Auschwitz
Christoph Heubner (3.v.l.), Exekutivpräsident des Internationalen Auschwitz-Komittee im Dezember 2011 im ehemaligen KZ Auschwitz

Warschau/Oswiecim. Ihre Zahl wird von Jahr zu Jahr geringer, doch bis zuletzt wollen die Überlebenden von Auschwitz daran erinnern, was Rassenhass und Antisemitismus anrichten – gerade auch in Auschwitz.

Holocaust-Überlebende aus elf Staaten haben am Donnerstag auf dem Gelände des ehemaligen Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Begleitet wurden sie von jungen Deutschen, Polen, Franzosen und Österreichern. Der Besuch im einstigen Lager war der Beginn der zweitägigen Generalversammlung des Internationalen Auschwitz-Komitees.

Bundespräsident Joachim Gauck sagte den Teilnehmern in einem schriftlichen Grußwort zu, Deutschland werde die Erinnerung an die Nazi-Opfer lebendig halten: "Wir werden sprechen – heute und morgen. Und wir werden fortfahren, darüber zu sprechen, wenn die Überlebenden der Vernichtungslager nicht mehr da sind, um ihre Erlebnisse weiter zu geben", schrieb er angesichts der immer kleiner werdenden Zahl der Überlebenden.

Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hob in einem Schreiben an die Auschwitz-Überlebenden die Rolle der Erinnerung an den Holocaust im Kampf gegen Vorurteile und Intoleranz hervor. "Dazu gehört auch, jenen zu widersprechen, die den Holocaust leugnen", betonte er. Die Dämonen des Hasses und der Intoleranz existierten noch immer, schrieb Martin Schulz, der Präsident des Europaparlaments, an die Mitglieder des Auschwitz-Komitee.

+++ Staat verweigert Rente für Witwe von Auschwitz-Häftling +++

Die Herausforderungen durch den heutigen Antisemitismus und Rassismus sind einer der Schwerpunkte der Diskussionen auf dem Treffen des Auschwitz-Komitees. So gedachten die Teilnehmer nicht nur der Opfer des Holocaust, sondern auch der Jugendlichen, die im norwegischen Utøya und in Oslo Opfer des Massakers des Rechtsextremisten Anders Breivik wurden.

Auf dem zweitägigen Treffen der Überlebenden-Organisation soll auch die künftige Erinnerungsarbeit der Gedenkstätte Auschwitz- Birkenau diskutiert werden. Für die ehemaligen Häftlinge, deren Zahl von Jahr zu Jahr geringer werde, sei es "enorm wichtig", dass ihr Leid nicht in Vergessenheit gerate, sagte Vizepräsident Christoph Heubner.

Auschwitz-Birkenau war das größte der nationalsozialistischen Vernichtungslager in dem von Deutschland besetzten Polen. Allein in Auschwitz wurden mindestens 1,1 Millionen Menschen ermordet. Die meisten der Opfer waren Juden. (dpa)

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