Berlin
Kolat an Rabbiner: "Wir bauchen Sie in Friedenau"
In Berlin haben rund 1300 Menschen aus Solidarität mit dem von Jugendlichen zusammengeschlagenen Rabbiner gegen Antisemitimus demonstriert.
Berlin. Aus Solidarität mit dem von vier Jugendlichen zusammengeschlagenen Rabbiner haben am Sonntag in Berlin mehrere hundert Menschen gegen Antisemitimus demonstriert. Der 53-jährige Rabbiner nahm an der Kundgebung auf dem Grazer Platz im Stadtteil Friedenau selbst teil.
"Ich habe das Jochbein gebrochen bekommen", sagte er. "Aber meinen Willen, mich für interreligiösen Dialog einzusetzen, haben diese Typen nicht gebrochen." Berlin bleibe eine tolerante und weltoffene Stadt. "Das lassen wir uns nicht wegnehmen."
Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) forderte die Islamverbände auf, den Antisemitismus mit konkreten Maßnahmen zu bekämpfen. An den verletzten Rabbiner gewandt sagte sie: "Wir bauchen Sie in Friedenau. Wir brauchen Sie, damit jüdisches Leben bleibt und wächst." Der 53-Jährige war am Dienstag vor den Augen seiner kleinen Tochter krankenhausreif geprügelt worden.
Die Kundgebung besuchten nach Veranstalterangaben rund 1300 bis 1500 Menschen. Auch Politiker aus Bund und Land, Anwohner und Vertreter der evangelischen Kirche ergriffen das Wort. (dpa/abendblatt.de)















