Antrittsbesuch
Gauck lobt Rheinland-Pfalz als "Demokratiewunder"
Der Bundespräsident und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt haben beim ersten offiziellen Besuch Landtag und Hambacher Schloss besucht.
Neustadt/Weinstraße. Bundespräsident Joachim Gauck hat bei seinem Antrittsbesuch Rheinland-Pfalz als Vorreiter einer demokratischen Bürgergesellschaft gewürdigt. Schon in den Jahren um 1832 sei dort beispielsweise beim Hambacher Fest versucht worden, die Demokratie im Staatsaufbau zu etablieren, sagte Gauck am Mittwoch beim Besuch des Landtags in Mainz. "Ich sehe darin nichts weniger als ein Demokratiewunder, und der Südwesten ist der Träger davon", betonte das Staatsoberhaupt.
+++Gauck würdigt bei Antrittsbesuch die Demokratie+++
Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) sagte, der Besuch des Bundespräsidenten sei "eine Ehre", ein Treffen mit Gauck als Person "immer eine Bereicherung." Fünf Monate nach seiner Wahl im März besuchte Gauck am Mittwoch Rheinland-Pfalz als drittes Bundesland seiner Antrittsreise.
Wiege der Demokratie besucht
Als erste Station hatte das Staatsoberhaupt eigens das Hambacher Schloss in der Pfalz ausgewählt. Es sei übrigens nicht seine erster Visite an dem historischen Ort, verriet Gauck gut gelaunt: "Als ein Bürger, der sich besonders für Freiheit interessiert", sei er schon mal hier gewesen. "Ich habe dem Geist der Freiheit hier gehuldigt", sagte Gauck. Die "Wiege der deutschen Demokratie" sei einer von den Orten, die die Deutschen mehr beachten sollten, fügte er hinzu.
Vor der Revolution von 1848 waren im Jahr 1832 deutsche Revolutionäre auf das Schloss zum Hambacher Fest gezogen und hatten dort die Einheit Deutschlands und die freie Demokratie gefordert. Der Fahne vom Marsch auf das Hambacher Schloss begegnete Gauck dann bei seinem Besuch in Mainz. In der Staatskanzlei und dem Landtag ließ sich der Präsident die Mitglieder der Landesregierung und Vertreter der Landtagsfraktionen vorstellen und trug sich in die Gästebücher ein.
Besonderes Lob zollte Gauck dabei dem Ausbau der Ganztagsschulen in Rheinland-Pfalz. "Glückwunsch und Respekt", sagte der Bundespräsident. Gleiche Chancen zu ermöglichen, "muss eine Verpflichtung aller Demokraten sein", fügte er hinzu.
In einer Rede vor Schülern mahnte Gauck zum aktiven Engagement in der Gesellschaft: Ein Bürger zu sein, heiße nicht nur, Konsument zu sein, es heiße auch, wählen und mitentscheiden zu dürfen. "Ihr könnt eine Zuschauergesellschaft haben, oder sie mitgestalten", mahnte er. In einer lebendigen Demokratie brauche es die "doppelte Repräsentanz" der gewählten Volksvertreter und der Bürgerbeteiligung von freien Menschen.
Am Nachmittag reiste Gauck weiter ins Mittelrheintal. Dort sollte auch der Bahnlärm eine Thema sein, versicherte Beck. (dapd, abendblatt.de)















