14.08.12

Hauptstadtflughafen Schönefeld

Sicherheitspanne: Islamist bewachte Flughafenbaustelle

Der 21-jährige Islamist arbeitete offenbar an der Zugangskontrolle. Kontakte zu Männern, die Sprengstoffanschläge vorbereiteten.

Foto: dapd
Die Luftaufnahme zeigt einen Terminal des zukünftigen Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld
Die Luftaufnahme zeigt einen Terminal des zukünftigen Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld

Berlin/Schönefeld. Ein polizeibekannter Berliner Islamist ist auf der Baustelle des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld aufgeflogen. Der Mann sei Anfang August zusammen mit 20 anderen illegalen Arbeitern bei einer Kontrolle des Hauptzollamtes Potsdam aufgegriffen worden, berichtet der "Stern" in seiner neuen Ausgabe. Es soll sich um einen 21-jährigen Mann handeln, der an der Zugangskontrolle tätig war.

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) bestätigte den Vorgang. Die Polizei habe mit ihren Informationen einen "erheblichen Beitrag zur Aufdeckung" geleistet, sagte er am Dienstag. Der Vorgang zeige, dass "die Sicherheitsbehörden in der Hauptstadt gut aufgestellt sind und unser Frühwarnsystem funktioniert".

Zu den konkreten Einzelheiten wollten sich die Berliner Behörden nicht äußern. Es sei die Aufgabe des Staatsschutzes, Gefahren, die von gewaltbereiten Islamisten ausgingen, frühzeitig zu erkennen und abzuwenden, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich. Im Interesse der Sicherheit könnten aber keine Angaben zum kompletten Sachverhalt gemacht werden.

Das Hauptzollamt in Potsdam bestätigte, dass es am 2. August eine Routinekontrolle auf der Baustelle gegeben habe und 20 Mitarbeiter zu ihren Beschäftigungsverhältnissen befragt worden seien. Ob sie aber illegal auf dem Gelände arbeiteten und mit Zugangskontrollen betraut waren, wie es in dem Bericht heißt, stehe nicht fest. Die Prüfungen dauerten an, sagte Behördensprecher Danny Somieski.

Wie der "Stern" berichtet, soll der 21-Jährige mit zwei Männern engen Kontakt gehabt haben, die durch die Vorbereitung von Sprengstoffanschlägen aufgefallen waren. Ob die Gruppe einen Anschlag auf den Airport plante, ist unklar. Die Berliner Behörden hätten den 21-Jährigen aber deshalb seit dem 20. Juli als "Gefährder im islamistischen Spektrum" eingestuft. Auf der Flughafenbaustelle soll er laut dem Medienbericht für einen Subunternehmer einer Sicherheitsfirma angestellt gewesen sein. Der Mann habe aber keinen Zutritt zur Baustelle, sondern nur zu Gebäuden jenseits des Bauzauns gehabt und arbeite nicht mehr dort, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel am Dienstag

Innensenator Henkel versprach weitere Aufklärung. "Es handelt sich um einen Vorgang, den wir sehr ernst nehmen", sagte er. Er werde deshalb das Thema im Aufsichtsrat zur Sprache bringen. Das Gremium trifft sich bereits am kommenden Donnerstag zur nächsten Sitzung.

mit Material von dpa und dapd

Zeitplan bis zur Flughafen-Eröffnung
Nach der geplatzten Eröffnung des Hauptstadtflughafens im Juni und der Aufsichtsratssitzung am Freitag hat sich der Zeitplan der BER-Betreibergesellschaft verändert. Die wichtigsten Termine und Fristen – nach aktueller Planung:
August: Der Aufsichtsrat will entscheiden, ob der derzeitige Zeitplan und der Starttermin 17. März 2013 zu halten sind.
18. Dezember: Geplante Fertigstellung des Flughafens, insbesondere der Brandschutzanlage einschließlich TÜV-Prüfung auf Ebene einzelner beteiligter Firmen. Anschließend Prüfung der Anlage im Verbund.
15. Januar 2013: Geplanter Antrag auf Bauabnahme an die zuständigen Behörden.
Februar/März: Geplanter Probebetrieb mit freiwilligen Testpersonen.
17. März: Angestrebte Inbetriebnahme des Flughafens.
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