Hauptstadtflughafen Schönefeld
Sicherheitspanne: Islamist bewachte Flughafenbaustelle
Der 21-jährige Islamist arbeitete offenbar an der Zugangskontrolle. Kontakte zu Männern, die Sprengstoffanschläge vorbereiteten.
Berlin/Schönefeld. Ein polizeibekannter Berliner Islamist ist auf der Baustelle des neuen Hauptstadtflughafens in Schönefeld aufgeflogen. Der Mann sei Anfang August zusammen mit 20 anderen illegalen Arbeitern bei einer Kontrolle des Hauptzollamtes Potsdam aufgegriffen worden, berichtet der "Stern" in seiner neuen Ausgabe. Es soll sich um einen 21-jährigen Mann handeln, der an der Zugangskontrolle tätig war.
Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) bestätigte den Vorgang. Die Polizei habe mit ihren Informationen einen "erheblichen Beitrag zur Aufdeckung" geleistet, sagte er am Dienstag. Der Vorgang zeige, dass "die Sicherheitsbehörden in der Hauptstadt gut aufgestellt sind und unser Frühwarnsystem funktioniert".
Zu den konkreten Einzelheiten wollten sich die Berliner Behörden nicht äußern. Es sei die Aufgabe des Staatsschutzes, Gefahren, die von gewaltbereiten Islamisten ausgingen, frühzeitig zu erkennen und abzuwenden, sagte Polizeisprecher Stefan Redlich. Im Interesse der Sicherheit könnten aber keine Angaben zum kompletten Sachverhalt gemacht werden.
Das Hauptzollamt in Potsdam bestätigte, dass es am 2. August eine Routinekontrolle auf der Baustelle gegeben habe und 20 Mitarbeiter zu ihren Beschäftigungsverhältnissen befragt worden seien. Ob sie aber illegal auf dem Gelände arbeiteten und mit Zugangskontrollen betraut waren, wie es in dem Bericht heißt, stehe nicht fest. Die Prüfungen dauerten an, sagte Behördensprecher Danny Somieski.
Wie der "Stern" berichtet, soll der 21-Jährige mit zwei Männern engen Kontakt gehabt haben, die durch die Vorbereitung von Sprengstoffanschlägen aufgefallen waren. Ob die Gruppe einen Anschlag auf den Airport plante, ist unklar. Die Berliner Behörden hätten den 21-Jährigen aber deshalb seit dem 20. Juli als "Gefährder im islamistischen Spektrum" eingestuft. Auf der Flughafenbaustelle soll er laut dem Medienbericht für einen Subunternehmer einer Sicherheitsfirma angestellt gewesen sein. Der Mann habe aber keinen Zutritt zur Baustelle, sondern nur zu Gebäuden jenseits des Bauzauns gehabt und arbeite nicht mehr dort, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel am Dienstag
Innensenator Henkel versprach weitere Aufklärung. "Es handelt sich um einen Vorgang, den wir sehr ernst nehmen", sagte er. Er werde deshalb das Thema im Aufsichtsrat zur Sprache bringen. Das Gremium trifft sich bereits am kommenden Donnerstag zur nächsten Sitzung.
mit Material von dpa und dapd















