Kundus-Affäre
Opfer-Anwalt übt scharfe Kritik an Beförderung von Oberst Klein
Klein soll 2013 General werden. Für die Entscheidung hagelt es Kritik. Der Oberst gab 2009 in Kundus einen Befehl mit verheerenden Folgen.
Berlin/Osnabrück. Auf ihm wird ewig der Stempel der Kundus-Affäre lasten: Bundeswehr-Oberst Georg Klein gab im Jahr 2009 den folgenschweren Befehl, in der afghanischen Provinz zwei Tanklastzüge zu beschießen. Jetzt soll Klein zum General befördert werden. Dem 51-Jährigen wurde zuerst der Posten des Abteilungsleiters im neuen Bundesamt für Personalmanagement angeboten. Dieser bringt später automatisch die Ernennung zum General mit sich.
Bei der Bombadierung der zwei Tanklaster kamen im September 2009 mehr als 100 Menschen ums Leben. Wegen des Luftangriffs hatte auch die Staatsanwaltschaft gegen Klein ermittelt. Das Verfahren wurde jedoch eingestellt. Die Bundeswehr verzichtete nach mehrmonatiger Prüfung auch darauf, gegen ihn ein Disziplinarverfahren einzuleiten.
Der Anwalt der Opfer-Hinterbliebenen, Karim Popal, hat die geplante Beförderung scharf kritisiert. "Die Beförderung wäre ein Schlag ins Gesicht der afghanischen Zivilbevölkerung und käme einer Kriegserklärung gleich", sagte Popal der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstagausgabe) laut Vorabbericht.
Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele sagte dem Blatt, das "katastrophale Blutbad", für das Klein verantwortlich sei, schließe eine Beförderung aus. Die Bundesregierung mache sich unglaubwürdig, da sie den Luftangriff als Fehler bezeichnet habe.
Derzeit ist Klein Vizechef der Stammdienststelle der Bundeswehr, die für die Personalführung von Unteroffizieren und Mannschaft zuständig ist. Diese Stelle soll im Laufe des Jahres mit dem Personalamt der Bundeswehr zusammengelegt werden, das sich um Offiziere kümmert. Das neue Bundesamt mit Sitz in Köln wird dann auch für Zivilbeschäftigte zuständig sein. Auf dem neuen Posten, den er vermutlich im Frühjahr 2013 übernimmt, wird Klein wie ein Brigadegeneral bezahlt. Die Ernennung zum General wird vermutlich gegen Ende 2013 erfolgen. Die Bundeswehr hat etwa 200 Generäle.
Mit Material von dpa und dapd














