Rheinland-Pfalz
Ex-Ministerpräsident Carl-Ludwig Wagner ist tot
Die rheinland-pfälzische CDU trauert um ihren früheren Ministerpräsidenten. Der 82-Jährige starb am Freitagabend.
Mainz/Trier. Der frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident Carl-Ludwig Wagner ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Der CDU-Politiker war seit längerem krank, wie seine Familie am Sonnabend mitteilte. Wagner war zwischen 1988 und 1991 Regierungschef und der bislang letzte CDU-Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz. Er lebte zuletzt in Trier. Der amtierende Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) würdigte Wagner als "Mann des Ausgleiches und der Integrität".
Wagner war nach dem Rücktritt von Bernhard Vogel, der als Landesvorsitzender der CDU abgewählt worden war, ins Amt des Ministerpräsidenten gekommen. Doch nach der verlorenen Landtagswahl 1991 musste er den Posten an Rudolf Scharping (SPD) abtreten.
Der CDU-Politiker war zuvor unter anderem zwischen 1976 und 1979 Oberbürgermeister von Trier, dann wechselte er in die Landespolitik nach Mainz. Der gebürtige Düsseldorfer übernahm zunächst das Justizministerium (1979-1981), später war er für die Finanzen verantwortlich (1981-1988).
Mit seinem Tod verliere die CDU "einen anerkannten Christdemokraten, der die politische Entwicklung unseres Bundeslandes nachhaltig mitbestimmt und geprägt hat", sagte CDU-Landeschefin Julia Klöckner. Wagner habe sich unermüdlich für seine Mitmenschen eingesetzt. "Ehrlichkeit und Gradlinigkeit waren die beiden wichtigsten Grundsätze des promovierten Juristen."
Beck sagte, die Menschen in Rheinland-Pfalz hätten ihm viel zu verdanken. "Carl-Ludwig Wagner war ein zurückhaltender Politiker, der mit leisen Tönen überzeugte", erklärte er am Samstag nach Angaben von Regierungssprecherin Monika Fuhr. "Dem politischen Gegner trat er immer mit Respekt gegenüber."
Beck erinnerte an die Partnerschaft mit Thüringen, die unter dem Ministerpräsidenten Wagner begründet worden sei. Außerdem sei eine Zusammenarbeit mit der chinesischen Provinz Fujian vereinbart worden. "Wagner war einer der ersten deutschen Politiker, der nach dem Massaker von 1989 auf dem Platz des Himmlischen Friedens in China war", erklärte Beck. "Unser Gedanken sind in diesen Stunden bei der Ehefrau und der Familie von Carl-Ludwig Wagner." Wagner hinterlässt seine Frau Lore und drei Kinder.
SPD-Landtagsfraktionschef Hendrik Hering hob die Verdienste Wagners um die Wirtschaftspolitik hervor. Er habe "mit dafür gesorgt, dass Rheinland-Pfalz heute über so viele gute partnerschaftliche Beziehungen in Regionen in der ganzen Welt verfügt". Mit seiner vermittelnden und moderierenden Art hab sich Wagner eine große Anerkennung weit über Parteigrenzen hinaus erworben.
(dpa)














