25.07.12

Beschneidung

Israels Botschafter fordert Rechtssicherheit

UN-Berichterstatter Bielefeldt warnt zudem vor Respektlosigkeit gegenüber Religionen in der Diskussion um die Beschneidung in Deutschland.

Foto: Reto Klar
Yakov Hadas-Handelsman / Israelischer Botschafter
Der israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman vor der Berliner Synagoge in der Oranienburgerstraße (Archiv)

Berlin. Der israelische Botschafter in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman, hat die Bundesregierung aufgefordert, rasch für Rechtssicherheit bei der Beschneidung männlicher Neugeborener zu sorgen. "Meiner Meinung nach - und ich sage das als Gast in diesem Land - sollte das Problem schnell gelöst werden", sagte der Diplomat der Wochenzeitung "Jüdische Allgemeine", die am Donnerstag erscheint. Die Resolution des Bundestages bezeichnete Hadas-Handelsman als positiven Schritt, "aber eben nur einen Schritt auf dem Weg zu einer Lösung".

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+++Widerstand gegen neues Gesetz zur Beschneidung+++

Der Botschafter zeigte sich verwundert darüber, dass die große Mehrheit der Deutschen laut Umfragen aus Sorge um die Gesundheit des Kindes gegen die Beschneidung von männlichen Neugeborenen sei. In den USA werde die Mehrheit der männlichen Neugeborenen beschnitten - gerade aus gesundheitlichen Gründen. Langjährige medizinische Untersuchungen hätten ergeben, dass die Beschneidung der Gesundheit zuträglich sei.

Die Debatte um Beschneidungen bedeutet für den UN-Sonderberichterstatter über Religionsfreiheit, Heiner Bielefeldt, eine Zäsur: Erstmals finde ein verächtlicher Grundton gegenüber Religionen breitere Resonanz. Der Politikwissenschaftler warnte am Mittwoch in Erlangen vor Respektlosigkeit gegenüber Religionen. Erschreckend an der Diskussion sei "das Ausmaß an Polarisierung, kulturkämpferischer Aufheizung und der sehr aggressiv verächtliche, ausgrenzende Ton, in dem über Religion geredet wird", sagte Bielfeldt. Deutschland erlebe zurzeit eine Zäsur. "Religionskritik traf bislang vor allem Muslime. Ich dachte noch vor kurzem, dass gegenüber dem Judentum die Kritik behutsamer sei", sagt der Sonderberichterstatter. Das erlebe er jetzt anders. "Der ätzende, verächtliche Grundton findet breite Resonanz und trifft die Religionen insgesamt", so Bielefeldt.

Mit Material von dapd/kna

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