Okahandja. Die Bundesregierung hat "tiefes Bedauern" über die brutale Niederschlagung des Herero-Aufstandes durch kaiserliche Truppen vor rund 100 Jahren im damaligen Südwestafrika geäußert. Die Geschichte könne nicht geändert werden, aber den Opfern und ihren Nachkommen könne die Würde und Ehre, derer sie beraubt wurden, zurückgegeben werden, sagte der deutsche Botschafter Wolfgang Massing gestern Abend auf einer Gedenkveranstaltung im namibischen Okahandja.

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Die Zeremonie bildete den Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen, mit denen in den kommenden drei Jahren an die Vernichtung großer Teile des Herero-Volkes durch die deutsche Kolonialmacht zwischen 1904 und 1907 erinnert werden soll. Die Hereros haben erst heute wieder die Bevölkerungszahl von vor dem Krieg erreicht: Mit 100 000 Menschen stellen sie neun Prozent der Bevölkerung der einstigen Kolonie, die seit 1966 Namibia heißt und 1990 unabhängig wurde.

Eine Gruppe von Herero-Führern hatte in den USA den deutschen Staat sowie mehrere deutsche Unternehmen auf vier Milliarden Dollar (3,14 Milliarden Euro) Entschädigung verklagt. Die Bundesregierung lehnt eine formelle Entschuldigung und Entschädigungszahlungen an die Hinterbliebenen ab. Außenamtssprecher Walter Lindner verwies stattdessen darauf, dass das südwestafrikanische Land pro Kopf gesehen die höchste deutsche Entwicklungshilfe in Afrika bekommt. Seit 1990 flossen rund 500 Millionen Euro dorthin. (HA/ny)ny