29.05.12

Bundespräsident

Gauck ruft in Israel zu Zwei-Staaten-Lösung auf

Beim offiziellen Staatsbankett während seines Besuchs in Israel sagte der Bundespräsident Hilfe im Bemühen um dauerhaften Frieden zu.

Foto: dpa
Gauck beim Besuch in Israel mit Lebensgefährtin Daniela Schadt und dem israelischen Präsidenten Shimon Peres
Gauck beim Besuch in Israel mit Lebensgefährtin Daniela Schadt und dem israelischen Präsidenten Shimon Peres

Berlin. Zu einer Zwei-Staaten-Lösung für Israel und Palästina und einem Zeichen Israels in der Siedlungspolitik hat Bundespräsident Joachim Gauck aufgerufen. Beim offiziellen Staatsbankett im Jerusalemer Amtssitz des israelischen Präsidenten Schimon Peres sagte Gauck am Dienstagabend Israel Deutschlands Unterstützung im Bemühen um dauerhaften Frieden in der Region zu. Ein solcher Frieden setze voraus, "dass Israel und ein unabhängiger, lebensfähiger palästinensischer Staat Seite an Seite in Sicherheit und anerkannten Grenzen leben können", so der Bundespräsident in seiner Ansprache.

Der Friedenskurs der gegenwärtigen palästinensischen Führung müsse sich gegenüber radikalen Kräften behaupten. Dafür sei erforderlich, "dass beide Seiten aufeinander zugehen. Nur durch mutige Schritte wird es möglich sein, den Stillstand im Friedensprozess zu überwinden". Gauck dankte Peres für den freundlichen Empfang und das großherzig entgegengebrachte "Geschenk des Vertrauens". Peres' politisches Leben stehe im Geist der Versöhnung und sei "der auf immer besonderen deutsch-israelischen Freundschaft gewidmet". Gauck wörtlich: "Wir danken Gott, dass es Sie gibt."

Die besondere Verbundenheit der beiden Länder liegt nach den Worten des Bundespräsidenten nicht nur in der schmerzhaften gemeinsamen Geschichte. "Wir bekennen uns zu denselben Werten: zur Freiheit, zur Demokratie und zur Achtung der universellen Menschenwürde. Diese Werte verbinden uns."

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An Peres gewandt zeigte sich Gauck erschüttert von den "Gräueltaten, die Deutsche an Ihrer Familie und Ihrem Volk verübten". Explizit ging der Bundespräsident auf den Umgang der DDR mit der Schoah und dem Staat Israel ein. Die DDR habe Israel "bis kurz vor ihrem Ende nicht anerkannt" und "verblendet von einer 'antifaschistisch' genannten Ideologie" die deutsche Verantwortung für die Schoah nicht übernommen. Gauck: "So gehört zu dem Glück, das uns mit dem Fall der Berliner Mauer widerfahren ist, auch die Freiheit, sich zu Israel zu bekennen!"

Abschließend bekräftigte der Bundespräsident die deutsche Unterstützung für Israel und das Existenzrecht des Staates Israel. "Den friedliebenden Kräften reichen wir die Hand. Jenen aber, die Sie bedrohen, treten wir entschlossen entgegen."

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Israels Staatspräsident Peres betonte in seiner Ansprache, der Holocaust bleibe eine "blutende Wunde in unseren Herzen". Die komplexen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland basierten auf dem Aufbau einer Zukunft, die zugleich der Vergangenheit gedenke. Ausdrücklich lobte Peres die Rolle Deutschlands in Europa. Deutschland könne der Welt ein effizientes Modell anbieten, das den heutigen Herausforderungen wie Extremismus, Abschottung, wirtschaftlichem Egoismus sowie Terror und Gewalt gewachsen sei. – Gauck hält sich bis Donnerstag zu einem Besuch in Israel und den Palästinensergebieten auf. (kna)

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