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Deutschland

Zwickauer Zelle

Täterwissen: Was beweist Zschäpes YouTube-Account?

Der BKA ist an Beate Zschäpes YouTube-Aktivitäten interessiert. Damit könne man eventuell beweisen, dass sie über Täterwissen verfüge.

Beate Zschäpe war bei YouTube als "Liese1111" registriert. Das BKA interessiert sich für ihren Account
Foto: Getty Images

Berlin/München. Die Untersuchungen um die Aktivitäten der Zwickauer Neonazi-Terrorzelle weiten sich aus. Nun soll auch die USA in die Ermittlungen einbezogen werden, wie das Nachrichtenmagazin „Focus“ berichtet. Demnach habe die deutsche Justiz ein Rechtshilfeersuchen an die US-Kollegen gestellt, um Aufschlüsse über die Internet-Aktivitäten der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) zu erhalten. Grund: In der ausgebrannten Wohnung des Neonazi-Trios wurde eine neunseitige Liste aufgefunden. Auf dem Papier haben Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt ihre Mail-Adressen und Internetkonten nebst Zugangsdaten notiert.

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Teilweise handele es sich um Anmeldungen zu Foren für Computerspiele sowie bei Onlineshops. Besonderes Interesse der Fahnder habe ein Account von Zschäpe bei der Videoplattform YouTube geweckt, berichtete „Focus“ weiter. Dort soll sie sich mit dem Benutzernamen „Liese1111“ angemeldet haben. Die Ermittler des Bundeskriminalamts (BKA) wollen den Angaben zufolge überprüfen, welche Filme sich Zschäpe ansah und ob sie eigene Videos ins Internet stellte. In einem internen BKA-Vermerk heißt es laut „Focus“, mit den YouTube-Daten ließe sich „auf die Ideologie des Nutzers“ schließen oder sogar beweisen, dass Zschäpe über Täterwissen verfügte.

Derweil konnten die Fahnder die Spur einer Waffe offenbar nach Tschechien zurückverfolgen. Die im ausgebrannten Wohnmobil der Zelle gefundene Pistole des Kalibers 7,65 Browning sei 2007 in Tschechien als gestohlen gemeldet worden, schreibt das Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Die mutmaßlichen Terroristen, denen zehn Morde vorgeworfen werden, verfügten insgesamt über rund 20 Waffen. Zudem rückt ein sächsischer Video- und Computerspiel-Verleih ins Visier der Fahnder, wie der „Spiegel“ schreibt. Zwei Mitarbeiter dieser Firma, der 35-jährige Pierre J. und der 42-jährige Herrmann S., stehen den Angeben zufolge im Verdacht, Mundlos unter anderem bei der Beschaffung einer Pumpgun geholfen zu haben.

(abendblatt.de/dpa)

 

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