Bischofs-Wahl als Zeichen der Einheit
Kommentar
Ob Martin Luther über die Entscheidung, Bischof Wolfgang Huber zum neuen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zu wählen, glücklich wäre? Das ist gar nicht so unwahrscheinlich. Denn beide Männer sind durch ein großes Selbstvertrauen ausgezeichnet. Und das braucht der deutsche Protestantismus mehr als alles andere. Vielleicht war das auch der Grund, weshalb der Bischof von Berlin-Brandenburg eine so überwältigende Mehrheit seiner Kollegen erhielt. Das tat gut, ein sichtbares Zeichen der Einheit. Doch jetzt geht es an die Arbeit. Und da würde Luther möglicherweise doch Probleme mit Huber haben. Denn der steht für eine politische Kirche. Wird aber nicht gerade von der Kirche mehr Seelsorge und Verkündigung erwartet? Zumindest diagnostiziert dies eine EKD-Studie, in der eine rasante Entfernung des protestantischen Christen von seiner Kirche festgestellt wird. Schwierige Zeiten also für den neuen Präses der EKD. Der betonte in einem ersten Interview die Notwendigkeit einer missionarischen Ausrichtung der Kirche. Das ließe Luther wieder hoffen. Denn nur durch das Zugehen auf die Menschen wird die Kirche ihrer selbst gerecht.



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