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Deutschland

TV-Interview von Bundespräsident Christian Wulff

Was ein Experte aus Wulffs Mimik liest

Wackelnder Kopf, blinzelnde Augen - "dieser Auftritt hat nicht überzeugt", sagt der Körpersprache-Forscher Stefan Verra über das TV-Interview des Bundespräsidenten Christian Wulff.

21 Minuten Verteidigung: Bundespräsident Christian Wulff entschuldigte sich, rechtfertigte sein Vorgehen in der Öffentlichkeit - und will heute im Internet alle Antworten auf den Privatkredit offenlegen. Seine Körpersprache bei dem gestrigen TV-Interview hat nicht überzeugt
Foto: dapd/DAPD

Berlin. Der Auftritt von Bundespräsident Christian Wulff in ARD und ZDF war nach Einschätzung des Körpersprache-Experten Stefan Verra nicht überzeugend. Wulffs Körperhaltung und Mimik hätten deutlich von Anspannung, Unwohlsein und mangelndem Glauben an sich selbst gezeugt, sagte der Dozent an der Berliner Steinbeis-Hochschule gestern Abend der Nachrichtenagentur dpa.

"Sein Kopf wackelte ganz stark nach links und rechts. Auch bei Aussagen, wo er klar sein wollte. Da hat man sofort im Unterbewusstsein: ,Das glaube ich ihm jetzt nicht.'" Das müsse aber nicht bedeuten, dass Wulff gelogen habe, sagte Verra. "Aber ich meine, er glaubt selber in dem Moment nicht dran." Darauf deute auch die Mimik des Bundespräsidenten hin.

"Ich habe nichts Unrechtes getan"

Im Internet hagelt es Hohn und Spott

Wulff habe bei einem Lächeln nur den linken Mundwinkel hochgezogen und deutlich öfter die linke Augenbraue nach oben gehoben als die rechte. "Wenn die Mimik einseitig ist, dann hat sich das Hirn noch nicht entschieden." Deutlich geworden sei das, als Wulff die Freude betonte, die ihm sein Amt mache. "Mir scheint es eher so, als ob er die Freude bemühen muss im Moment, und eigentlich ist es gar kein Spaß."

Der Bundespräsident habe sich anscheinend "hochgradig unwohl" gefühlt, sagte Verra. "Er blinzelte ganz stark. Wenn jemand etwas sagt, und es ist ihm unangenehm vor seinem Gegenüber, und er will das Gegenüber sozusagen ausblenden, dann blinzelt man öfter, schaut weg - und das hat Herr Wulff ganz, ganz stark gemacht." Zudem diagnostizierte der Experte für Körpersprache bei Wulff ein weiteres Gefühl: Angst. "Ein Mensch, der in die Enge gedrängt wird und Angst verspürt, aktiviert seine Beugemuskulatur.

Ein Mensch, der Angst hat, formt sich zu einer Kugel. Daher erklärt sich auch, warum sein Blick ständig nach unten geht, warum seine Schultern weiter vorne sind und seine Hände immer so bei sich sind: Er schützt sich."

Verra verglich die Körpersprache Wulffs im Interview auch mit der Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten und seiner öffentlichen Erklärung im Dezember. Gestern seien seine Bewegungen viel gedämpfter gewesen. "Er wird immer zerknirschter, fällt immer mehr zusammen, wird immer kleiner", analysierte der Berliner Experte. (dpa)

 

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