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Deutschland

Berlin

Papst Benedikt XVI. trifft Angela Merkel

Treffen mit der Kanzlerin in Berlin. Zuvor übergab der Papst Bundespräsidenten Wulff einen Nachdruck der "Kosmographie" des antiken griechischen Geographen Ptolemäus (2. Jahrhundert).

Der Papst und die Kanzlerin
Foto: dpa/DPA

Berlin. Papst Benedikt XVI. und Bundeskanzlerin Angela Merkel sind am Donnerstagmittag in der Repräsentanz der Deutschen Bischofskonferenz in Berlin zusammengetroffen. Merkel erklärte anschließend, das Thema Europa habe eine wichtige Rolle gespielt. Sie habe deutlich gemacht, dass die europäische Einigung für Deutsche unverzichtbar sei und Wohlstand und Freiheit bedeute. Darüber hinaus sei es um die Gestaltung der Globalisierung und um die Finanzmärkte gegangen. Die Politik müsse die Kraft haben, „für die Menschen zu gestalten“. Sie dürfe sich nicht von vermeintlichen Zwängen treiben lassen. Die katholische Kirche habe da als Weltkirche klare Vorstellungen.

Das Treffen der Kanzlerin mit dem Papst hatte im Katholischen Büro, der Repräsentanz der Deutschen Bischofskonferenz in Berlin, stattgefunden. Über den Ort der Begegnung hatte es im Vorfeld Diskussionen gegeben. Merkel ging darauf in ihrem Statement ein. Sie freue sich, dass nun neben der Nuntiatur der Papst auch einen anderen katholischen Ort in der Stadt besuche, der das „geistliche Leben der Stadt bereichere“, so Merkel.

Merkel hatte am Vorabend bei einem gemeinsamen Empfang mit dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, erklärt, die christliche Prägung sei existenziell wichtig für Deutschland, die beiden großen Kirchen trügen große Verantwortung. „Eine Ordnung in demokratischer Freiheit kann nur erstehen, wenn wir uns auf die kulturgestaltenden, sittlichen und geistigen Kräfte des Christentums besinnen und diese Kraftquelle unserem Volke immer mehr erschließen.“ Der deutsche Staat, das Grundgesetz und die Gesellschaft beruhten zu einem großen Teil auf dem christlichen Gedanken, so die CDU-Vorsitzende.

Papst schenkt Wulff Kartenwerk von Ptolemäus

Ein Atlas für den Präsidenten: Papst Benedikt XVI. hat zum Auftakt seines Deutschlandbesuchs Bundespräsident Christian Wulff einen Nachdruck der „Kosmographie“ des antiken griechischen Geographen Ptolemäus (2. Jahrhundert) überreicht. Das Faksimile beruht auf einer lateinischen Übersetzung des griechischen Werks aus dem Jahr 1473. Das Original befindet sich im Besitz der Vatikanischen Bibliothek. Die astronomischen Studien des Ptolemäus bestimmten bis zum Beginn der Neuzeit das Weltbild, nach dem die Erde im Mittelpunkt des Kosmos steht.

Der auf 500 Exemplare limitierte Nachdruck enthält wie das Original 27 kartographische Darstellungen sowie Beschreibungen von Städten Ländern, Regionen und Völkern der damals bekannten Welt. Die „Kosmographie“ des Ptolemäus galt über ein Jahrtausend lang als verschollen. Mit dem Atlas etablierte der aus Ägypten stammende Ptolemäus im zweiten Jahrhundert nach Christus die Unterteilung der Erde in Längen- und Breitengrade. Die im 15. Jahrhundert gefertigte Neuausgabe gilt als ein Meisterwerk italienischer Renaissancekunst.

Der Bundespräsdient revanchierte sich mit einer besonderen Geste. Er sicherte die finanzielle Unterstützung für ein vom katholischen Hilfswerk Misereor gefördertes Projekt in Kenia zu. Dabei handelt es sich um ein Wassermanagement-Vorhaben im Bistum Marsabit, dem am stärksten von der Hungerkrise betroffene Region des Landes. Im Rahmen des Projekts werden unter anderem Unterwassertanks, Regenauffangbecken und Tiefbrunnen gebaut. (dpa/kna/abendblatt.de)

Die wichtigsten Fakten zum Papst-Besuch:

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