Sabotage an Soldatenautos alarmiert Wehrbeauftragten
Bei mehr als 80 Fahrzeugen wurden Radmuttern gelockert
Berlin. Das Verteidigungsministerium ist alarmiert: In den vergangenen Wochen gab es mehr als 80 Vorfälle, bei denen die Radmuttern von Soldatenfahrzeugen gelockert wurden, die vor den Kasernen abgestellt waren. Es sei daher ein "Sicherheitshinweis" gegeben worden, sagte ein Ministeriumssprecher gestern in Berlin. Zu Tätern und Motiven gibt es den Angaben zufolge noch keine Spur.
Lediglich in einem Fall hat die Sabotage dem Sprecher zufolge zu Konsequenzen geführt. Es habe hier einen Sachschaden gegeben, sagte er. Nach Abendblatt-Informationen hat sich auf einer Autobahn in Niedersachsen ein Rad von einem Fahrzeug eines Soldaten gelöst. Der Fahrer blieb unverletzt. Gegenwärtig sei aber weder ein regionaler Schwerpunkt noch ein Zusammenhang etwa mit Beschädigungen der Autos von Soldaten, die im Auslandseinsatz waren, zu erkennen, sagte der Sprecher.
Die "Rheinische Post" hatte zuvor berichtet, dass es durch gelockerte oder abgeschraubte Radmuttern zu teilweise lebensbedrohlichen Situationen gekommen sei. Den Informationen des Blattes zufolge waren 77 vor Kasernen abgestellte Privatautos und sieben Dienstfahrzeuge betroffen. Im Ministerium werde angesichts der Häufung der Vorfälle ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen, hieß es weiter.
Der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus verurteilte die Taten in der "Rheinischen Post" scharf. "Das Handeln ist ausgesprochen empörend", sagte er. Es sei "überhaupt nicht akzeptabel und absolut unverantwortlich, so gegen Soldaten vorzugehen". Angesichts des Ausmaßes sieht er "Anlass, die Beobachtung im Umfeld von Kasernen zu verstärken". Der Wehrbeauftragte sieht ein "weiteres Zeichen dafür, dass wir in einer breiteren Öffentlichkeit um Verständnis für unsere Soldaten und ihren Dienst werben müssen".



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