Bundeswehr-Reform
Seehofer rückt von Guttenbergs Truppenreform ab
Zweieinhalb Monate nach dem Guttenberg-Rücktritt geht die CSU-Spitze auf Distanz zu dem einstigen Superstar. Viele Fragen seien ungelöst.
Foto: pa/ dpa (2)/Andreas Gebert, Tobias Kleinschmidt
Augsburg. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) geht wegen großer Probleme mit der Bundeswehr-Reform auf Distanz zum einstigen CSU-Hoffnungsträger Karl-Theodor zu Guttenberg. "Nicht die Energiewende, die Bundeswehr ist meine mit Abstand größte Sorge", sagte der CSU-Vorsitzende der "Augsburger Allgemeinen". "Soldaten, Arbeitsplätze, Standorte - die Fragen sind ungelöst", kritisierte Seehofer. Das ganze Ausmaß der Probleme sei ihm erst bei einem Gespräch mit Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) deutlich geworden. Guttenberg habe ein "militär- und strukturpolitisches Desaster" hinterlassen, zitiert die Zeitung ein ungenanntes Mitglied der bayerischen Staatsregierung.
Landesinnenminister Joachim Herrmann (CSU) warnte, dass der Bundeswehr die Rekruten ausgehen könnten: Die magere Bezahlung sei kein Anreiz. Seehofer und Herrmann hatten die Abschaffung der Wehrpflicht sehr skeptisch beurteilt, konnten sich aber gegen Guttenberg nicht durchsetzen. Unionsintern wird inzwischen kritisiert, dass sich der Ex-Minister den Sparforderungen von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zu sehr beugte. Die CSU will erreichen, dass das der Bundeswehr verordnete Ziel, bis 2015 mehr als acht Milliarden Euro einzusparen, gemildert wird.




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