25.02.11

Lexikon der rechten Parallelwelt

"Metapedia" heißt eine rechtsextreme Webseite, die aussieht wie Wikipedia

Nicht nur in sozialen Netzwerken, auch auf anderen Plattformen des Web 2.0 sind Rechtsextremisten aktiv, so führen sie ein pseudowissenschaftliches Online-Lexikon namens Metapedia, das der Seite von Wikipedia zum Verwechseln ähnlich sieht.

In den mittlerweile mehr als 15 000 deutschsprachigen Artikeln erfährt der Leser dort, dass SS-Chef Heinrich Himmler das "Finnische Großkreuz am roten Bande mit Schwertern" und diverse andere Auszeichnungen bekommen habe. Dass Himmler einer der Hauptverantwortlichen für den Holocaust und damit für die Ermordung von mehr als sechs Millionen Juden war, wird hingegen nicht erwähnt.

Die Geschichte wird verharmlost, Fakten weggelassen

Nach diesem Muster ist fast jeder der Artikel gestrickt. Sie befassen sich überwiegend verharmlosend mit der Geschichte des Dritten Reiches. Fakten werden weggelassen, während wissenschaftliche Akkuratesse vorgetäuscht wird. Geschmacksgrenzen kennen die Verfasser nicht. An einer Stelle wird Holocaust-Revisionismus lediglich als Versuch dargestellt, "die systematische Vernichtung von ca. sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkrieges, grundsätzlich zu hinterfragen oder in wesentlichen Punkten zu korrigieren". An anderer Stelle werden 20 "Produkte" aufgelistet, die aus "Holocaustierten" gewonnen worden seien. Darunter Satteltaschen, Lichtschalter, Dünger. Ein Artikel schwadroniert über die Temperatur in den Gaskammern. Andernorts heißt es "Israel ist ein zionistischer Gottesstaat."

Im Impressum wird die Firma NFSE media AB aus Schweden genannt. Die Seite wird aber über einen Server in den Niederlanden ins Netz gestellt und von der amerikanischen Firma Go Daddy gehostet.

Die Leser dieses Lexikons der rechten Parallelwelt surfen am häufigsten von der Homepage auf die Seite von Adolf Hitler, zu einer Liste jüdischer Persönlichkeiten und zur Erklärung des angeblichen internationalen Phänomens der "Deutschfeindlichkeit".

In einem Punkt unterscheidet sich Metapedia von Wikipedia deutlich. Während bei letzterer Seite jeder Nutzer die meisten Artikel frei verändern kann, muss er sich bei Metapedia erst anmelden. Wer bei der "Weltnetz-Enzyklopädie" mitmachen will, muss die in der rechten Szene verpönten Anglizismen meiden und einen "E-Brief" schicken. Anders als bei Wikipedia kann auch von der Weisheit der Massen bei Metapedia keine Rede sein - in den vergangenen drei Monaten waren dort nur 37 Mitglieder aktiv.

(lmn)
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