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Deutschland

Im Saarland festgenommen

18-Jähriger Kameruner soll mit Terror-Anschlägen gedroht haben

Der junge Mann soll in mehreren Videos mit Anschlägen gedroht haben, falls ein "Sauerland"-Terrorist nicht freigelassen wird.

An dieser Stelle in Neunkirchen wurde der 18-Jährige festgenommen.
Foto: dapd

Neunkirchen. Saarländische Sicherheitskräfte haben am Freitag in Neunkirchen einen Kameruner verhaftet. Er werde verdächtigt, Bombenanschläge vorgehabt zu haben, sagte Staatsanwalt Bernd Meiners in Saarbrücken. Meiners und der Leiter des Landeskriminalamtes, Franz Josef Biesel, betonten, es handele sich den bisherigen Ermittlungen zufolge um einen "Einzeltäter“. Er habe "kein Netz“ zur Terrororganisation al-Qaida knüpfen können.

Der seit Monaten vom Verfassungsschutz beobachtete 18-Jährige soll in drei islamistischen Videos mit Anschlägen gedroht haben, falls der in Saarbrücken inhaftierte "Sauerland“-Terrorist Daniel Schneider nicht bis Ende November freigelassen und in ein anderes Land geflogen wird. Die Videos hatten die Ermittler Mitte Oktober auf der Internetplattform YouTube entdeckt. Später soll der Kameruner diese aus dem Netz genommen und sich im Internet Anleitungen zum Bombenbau besorgt haben. Personen, die das Video angeschaut gehabt hätten, habe er gedroht umzubringen, sollten sie "Spitzel“ sein, hieß es.

"Er kannte Daniel Schneider nicht persönlich. Aber er ist für ihn ein großes Vorbild“, sagte Helmut Albers vom Landesamt für Verfassungsschutz. Die Aktivitäten des Mannes, der vor einem Jahr aus einem anderen Teil Deutschlands ins Saarland gezogen sei, seien seit April überwacht worden. In den vergangenen Monaten habe er sich "zunehmend vor allem über das Internet radikalisiert“. Er habe mehrfach versucht, in die pakistanisch-afghanische Grenzregion oder in den Jemen zu reisen, was aber an Geldmangel gescheitert sei.

Nach Auftauchen der Videos sei der als "Gefährder“ eingestufte Verdächtige lückenlos von der Polizei beobachtet worden. Für die Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestanden. "Wir haben wieder einmal einen mutmaßlichen Anschlag verhindern können“, sagte LKA-Chef Biesel.

Der Kameruner war nach Medieninformationen auf der Straße zwischen seiner Wohnung und dem Neunkirchner Bahnhof gefasst worden. Zehn bis zwölf Beamte seien teilweise mit Sturmhauben auf den schwarzhaarigen, bärtigen Mann zugestürmt und hätten ihn zu Boden gedrückt, zitierte der Saarländische Rundfunk einen Zeugen. Das in Saarbrücken inhaftierte Mitglied der Sauerland-Gruppe, Daniel Schneider, stammt ebenfalls aus Neunkirchen. Der Verfassungsschutz beobachtet seit längerem die Aktivität mutmaßlicher Islamisten in der saarländischen Stadt.

Schneider verbüßt derzeit eine zwölfjährige Haftstrafe in Saarbrücken. Sein Anwalt hatte kürzlich erklärt, sein Mandant distanziere sich von den im Internet aufgetauchten Drohvideos und lehne eine Freipressung ab.

Schneider war am 4. März in Düsseldorf verurteilt worden – unter anderem wegen Mitgliedschaft in der Terrorgruppe Islamische Jihad Union (IJU), Verabredung zum vielfachen Mord und versuchten Mordes. Die Islamisten sollen Anschläge auf Diskotheken, Flughäfen und US- Einrichtungen in Deutschland vorbereitet haben. Bei seiner Festnahme im September 2007 in Oberschledorn im Sauerland (Nordrhein-Westfalen) hatte Schneider auf einen Polizisten geschossen.

(dpa/abendblatt.de)

 

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