Minister verhöhnt die eigene Bundesregierung
Rösler lästert über Barbiepuppe Merkel und Zickenterror
Die einen waren amüsiert, die anderen verstört: Gesundheitsminister Rösler verulkt in einer Bierzelt-Rede die Kanzlerin und das Bundeskabinett.
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat in einem bayerischen Bierzelt die Bundesregierung verulkt: „Ich habe schon immer Witze über meine Chefs gemacht.“
Foto: Getty Images/Getty
Abensberg. Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) hat bei seinem ersten bayerischen Bierzeltauftritt in einer kabarettreifen Rede Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verspottet. „Angela Merkel gibt es jetzt auch als Barbiepuppe“, sagte Rösler beim Gillamoos-Volksfest im niederbayerischen Abensberg. „Die kostet 300 Euro. Das heißt, die Puppe kostet nur 20 Euro, aber richtig teuer werden die 40 Hosenanzüge.“ Anschließend erläuterte der FDP-Politiker vor Journalisten: „Ich habe schon immer Witze über meine Chefs gemacht.“
Zur Gesundheitspolitik nahm Rösler nicht Stellung, lästerte aber dafür ausführlich über Freund und Feind: „Ich will Ihnen heute berichten von meinem Leben in Berlin, von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen.“ Rösler lästerte vor allem über die eigene schwarz-gelbe Regierung: „Das ist keine Koalition, sondern manchmal eine schlagende Verbindung.“ Rösler bescheinigte der Bundesregierung, in den ersten zehn Monaten nichts getan zu haben: „Das waren genau die zehn Monate, die die Wirtschaft gebraucht hat, um sich zu erholen.“
Inzwischen habe sich Merkel aber entschieden, „mit dem Regieren anzufangen“. Erste Maßnahme: Live-Übertragungen der Kabinettssitzungen im Internet: „Google Kabinett View“, sagte Rösler, „Untertitel Big Sister“. Die Übertragungen der wöchentlichen Berliner Ministerrunde habe dann Bundessozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) verhindert. Ihre Begründung laut Rösler: „Wir wollen keine Gewalt im Internet.“ Im Kabinett gebe es „gelegentlich Zickenterror“.
Über den CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer verlor Rösler kein Wort und erwähnte lediglich Innenminister Joachim Herrmann als einzigen CSU-Politiker: Der habe kürzlich niedersächsische Pferdeställe kontrolliert. „Der ist ein richtiger Konservativer. Danach musste die Hälfte der Pferde sofort raus. Das waren alles Araber.“ Wie in Deutschland üblich, hätten die ausgewiesenen Pferde sofort eine Gewerkschaft gegründet: „Und die heißt Pferdi.“ Die gut 250 Zuhörer im Bierzelt reagierten teils amüsiert, teils verstört auf Röslers Kabarett-Auftritt.




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