EU-weit wird das Rentenalter angehoben. Ein Überblick:
In Deutschland kommt die Rente mit 67. Zwischen 2012 und 2029 wird das Renteneintrittsalter stufenweise von 65 Jahren angehoben. Wer mindestens 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt hat, kann auch künftig bei vollen Bezügen mit 65 Jahren aufhören zu arbeiten. Ab 35 Beitragsjahren bleibt es zwar beim frühestmöglichen Renteneintritt mit 63 Jahren. Aber es wird ein Abschlag von 14,4 Prozent auf die Rentenzahlung fällig.
Frankreich hat mit 60 Jahren EU-weit das niedrigste Renteneintrittsalter, nun wird erbittert um eine Anhebung auf 62 Jahre bis 2018 gestritten. Die Gewerkschaften organisierten Massenproteste gegen die Regierungspläne, das Parlament soll nach der Sommerpause abstimmen. Erschwert wird das Vorhaben durch eine Finanzaffäre um die L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt, in die der zuständige Arbeitsminister Eric Woerth verwickelt sein soll.
In Griechenland hat die Regierung im Gegenzug für die Rettungshilfen von 110 Milliarden Euro auf Druck der EU deutliche Einschnitte bei den Renten angekündigt. Das tatsächliche Eintrittsalter soll von derzeit 61,5 auf 65 Jahre steigen. Die 13. und 14. Monatsrente wird gestrichen.
In Spanien will die Regierung das gesetzliche Rentenalter ähnlich wie in Deutschland von derzeit 65 auf 67 Jahre erhöhen. Auch hier gibt es massive Proteste gegen das Vorhaben, das noch vom Parlament besiegelt werden muss.
Die britische Regierung hat bisher europaweit die am weitesten gehenden Pläne. Die Briten müssen sich bis 2046 auf die Rente mit 68 einstellen. Derzeit liegt das Rentenalter für Frauen in der Regel bei 60 und für Männer bei 65 Jahren. Bis 2020 soll die Altergrenze für Frauen schrittweise auf ebenfalls 65 Jahre steigen. Zusatzrenten sind in Großbritannien weit verbreitet.
Das Renteneintrittsalter in der EU im Überblick: Belgien: Gesetzliches Rentenalter 65 (tatsächliches Renteneintrittsalter 61,6). Deutschland: 65 (61,7). Estland: 63 Männer, 61 Frauen (62,1). Finnland: 65 (61,6). Frankreich: 60 (59,3). Griechenland: 65 (61,4). Großbritannien: Männer 65, Frauen 60 (63,1). Irland: 65 (64,1). Italien: 62,5 (60,8). Lettland: 62 (62). Litauen: 61 (59,9). Luxemburg: 65 (59,4). Malta: 60,5 (59,8). Niederlande: 65 (63,2). Österreich: 62,5 (60,9). Polen: 62,5 (59,3). Portugal: 65 (62,6). Rumänien: 64 (64). Schweden: 64 (63,8). Slowenien: 62 (59,8). Slowakei: 62 (58,7). Spanien: 65 (62,6). Tschechien: 62 (60,6). Ungarn: 62 (59,8). Zypern: 65 (63,5).
Quelle: dpa/abendblatt.de