Bayerischer Grüner
Sepp Daxenberger stirbt mit 48 Jahren an Krebs
Der Grünen-Politiker Sepp Daxenberger ist tot. Er starb nur drei Tage nach dem Tod seiner Frau Gertraud an Krebs - am Tag ihrer Beerdigung.
München. Sepp Daxenberger ist tot. Der ehemalige Grünen-Fraktionschef im bayerischen Landtag starb im Alter von 48 Jahren an Krebs - wenige Stunden vor der Beerdigung seiner Frau Gertraud, die drei Tage zuvor ebenfalls an Krebs gestorben war. Das Ehepaar Daxenberger hinterlässt drei Kinder, das jüngste ist erst zwölf.
Daxenberger war jahrelang Fraktionschef der Grünen im bayerischen Landtag und nach 1996 Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Waging am See, wo er 2002 mit sensationellen 75,6 Prozent im Amt bestätigt worden war.
Seit 2003 litt er an einem Plasmozytom, einem bösartigen und aggressiven Tumor, der hauptsächlich das Knochenmark befällt. In den vergangenen Monaten hatte sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechtert. Im Juni trat er wegen seiner Krankheit vom Fraktionsvorsitz zurück, kurz darauf erlitt er einen Schlaganfall.
Daxenberger wehrte sich mit aller Kraft gegen den nahenden Tod - eigentlich wollte er auch nach seinem Rückzug von der Fraktionsspitze im Landtag aktiv bleiben und sich um kommunale Themen kümmern. Doch war er nur noch einmal stark genug, an einer Fraktionssitzung teilzunehmen. Die letzte Therapie war „sehr schmerzhaft, sehr anstrengend, aber nicht erfolgreich, zumindest nicht von Dauer“, sagte er bei einem seiner letzten öffentlichen Auftritte im Münchner Maximilianeum.
Daxenbergers Tod löste in ganz Deutschland Erschütterung aus. „Das ist eine Tragödie, die sprachlos macht“, sagte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU). Die Bundesjustizministerin und FDP-Landesvorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger nannte Daxenbergers Tod „ein auch für Außenstehende kaum zu ertragendes Drama“.
Auch die Grünen-Fraktionschefs im Bundestag, Renate Künast und Jürgen Trittin, äußerten ihre Erschütterung. „Sepp Daxenberger war ein wertkonservativer Rebell, der politische Radikalität, ökologisches Bewusstsein, Heimatverbundenheit und ein christliches Wertefundament in einzigartiger Weise verband“, beschrieben sie den Politiker. Mit seiner menschlichen, motivierenden und zupackenden Art sei ihm gelungen, was unmöglich schien: Die Grünen zu einer anerkannten, erfolgreichen politischen Kraft in Bayern zu machen.
SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher würdigte Daxenberger als einen der profiliertesten bayerischen Grünen: „Als erster grüner Bürgermeister in Bayern hat er Geschichte geschrieben.“ Der Fraktionschef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, erklärte, Daxenberger „hat Bayern im positiven Sinne bewegt.“




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