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Deutschland

Google Street View

Widerspruch gegen Fotos online noch nicht möglich

Wer gegen die Veröffentlichung bei Google Street View Widerspruch einlegen will, muss sich noch gedulden - oder einen Brief schreiben.

Zwei Studentinnen mit Google-Websites auf ihren Laptops.
Foto: dapd

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Hamburg. Laut Ankündigung von Google ist es möglich, von dieser Woche an auch online vorab Widerspruch gegen die Veröffentlichung von Street-View-Fotos einzulegen. Doch wer heute auf der Seite des Internet-Konzerns nach einer entsprechenden Funktion suchte, fand nichts. „Die Möglichkeit ist noch nicht da, kommt aber auf jeden Fall“, sagte ein Google-Sprecher auf Abendblatt-Anfrage am Nachmittag. Ob die Widerspruchmöglichkeit noch heute frei geschaltet werde, sei allerdings noch offen. Dessen ungeachtet kann weiterhin per Brief (Google Germany GmbH, ABC-Straße 19, 20354 Hamburg) oder per Mail mit Absender (streetview-deutschland@google.com) Widerspruch eingelegt werden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält die Einspruchsmöglichkeit gegen den Internetdienst Google Street View für richtig. „Es ist gut, dass es diese Widerspruchsrechte gibt“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag unter Berufung auf die Worte der Kanzlerin. Er betonte aber: „Dazu wird die Bundesregierung niemanden auffordern.“ Gegen die Veröffentlichung von Aufnahmen ihrer Privatwohnung will Merkel nicht vorgehen. „Ihr persönlicher Wohnsitz ist ohnehin bereits ziemlich oft abgelichtet worden und bekannt“, sagte Seibert. Andere Politiker haben bereits Beschwerde eingelegt.

Innenminister Thomas de Maizière ließ schärfere Regeln offen, warnte jedoch vor einer übereilten Entscheidung. „Eine gesetzliche Regelung ist nicht unmöglich“, sagte der CDU-Politiker den „Stuttgarter Nachrichten“. „Aber es wird keinen Schnellschuss geben.“ Die Regierung werde nach umfassender Bestandsaufnahme zeitnah Lösungsvorschläge vorlegen. An diesem Mittwoch will das Kabinett über den Umgang mit Geodaten entscheiden. Mehrere Länder mahnen eine schnelle Regelung an.

Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) forderte bei einem Treffen mit Google-Managern in Hamburg eine längere Widerspruchsfrist als vier Wochen. Aigner verlangt auch Offenheit über die Widersprüche. Inzwischen sollen rund 100.000 E-Mails sowie 50.000 Briefe und Faxe bei Google eingetroffen sein, hieß es aus Ministeriumskreisen. „Die Widerspruchsfrist für die jetzt 20 betroffenen Städte (...) halte ich für zu kurz, vor allem für diejenigen Bundesländer, die jetzt gerade in den Ferien sind“, sagte Aigner im Bayerischen Rundfunk. Der SPD-Innenpolitiker Sebastian Edathy schlug ein spezielles Datenschutzgesetz für das Internet vor.

Die Opposition warnte die Regierung, zu lange zu zögern. „Es wird Zeit, dem Konzern seine Grenzen aufzuzeigen“, sagte Jan Korte vom Vorstand der Linksfraktion. Der Innenexperte der Grünen-Fraktion, Konstantin von Notz, befürchtet ein „Verschieben auf den St. Nimmerleinstag“. Die Piratenpartei zeigte Verständnis für die Aufregung um Google Street View, lehnte aber im Deutschlandradio Kultur ein schärferes Datenschutzgesetz ab.

Google will Fotos von Straßen und Häusern in Deutschland ins Internet stellen und Street View bis Ende des Jahres auch in Deutschland starten. In anderen Ländern wird der Dienst bereits breit genutzt, ohne dass es zu vergleichbaren Protesten kam.

+++ Diese Hamburger sagen nein zu Google Street View +++

(mik/dpa/abendblatt.de)

 

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