Zentralrat der Muslime verteidigt Ausstieg aus Islamkonferenz
Berlin. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) hat seinen heftig kritisierten Ausstieg aus der Islamkonferenz gegen Kritik und Schuldzuweisungen verteidigt. Die zweite Deutsche Islamkonferenz DIK II formuliere keine konkreten Ziele, ihre Zusammensetzung sei falsch, und das Thema Islamfeindlichkeit werde nicht angemessen behandelt, sagte der ZMD-Vorsitzende Ayyub Axel Köhler.
Die Islamkonferenz sei "nicht geeignet, die dringend anstehenden gesamtgesellschaftlichen Probleme und Anliegen zu lösen, die sich im Verhältnis zwischen den Muslimen, der Politik und der Bevölkerung aufgestaut haben". Der ZMD (Köln) hatte an der DIK I ab 2006 zur besseren Integration der vier Millionen Muslime teilgenommen, für die Neuauflage aber Reformen verlangt. Nach dem Ausstieg kritisierten Sprecher von CDU, SPD, FDP und auch Teilnehmer der DIK II den Schritt des Verbands. De Maizière selbst sprach von einer "bedauerlichen" Entscheidung des Zentralrats. Der Ausstieg stehe aber einem Erfolg des wichtigen Dialogforums nicht im Wege.
Laut Innenministerium sollen im Fokus der DIK II die Einführung von islamischem Religionsunterricht an Schulen, die Geschlechter-Gleichberechtigung und die Abgrenzung des Islams vom Islamismus stehen. Es gehe nun um praktische Fragen des Zusammenlebens. Der Zentralrat rügte, dafür müssten aber das Thema Islamfeindlichkeit und auch die Ängste der Bevölkerung gegenüber dem Islam zwingend als zentrale Themen auf die Agenda der DIK II gesetzt werden.



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