Tarifstreit
Warnstreiks im öffentlichen Dienst: Um was geht es?
Mit Warnstreiks wollen die Gewerkschaften ihren Tarifforderungen im öffentlichen Dienst Nachdruck verleihen. Doch um was geht es genau?
Wo gibt es Warnstreiks?
Nach Angaben von Verdi gibt es 3. Februar bis zum Beginn der dritten
Verhandlungsrunde am 10. Februar Warnstreiks. Sie werden auf mehrere Tage
verteilt, sollen aber alle Bundesländer und alle Bereiche des öffentlichen
Dienstes erfassen. Dazu gehören laut Verdi kommunale Krankenhäuser,
Stadtwerke, Nahverkehr, Kindertagesstätten, Stadtreinigung und die
öffentliche Verwaltung. Die Warnstreiks können einige Stunden, aber auch den
ganzen Tag dauern. Der dbb beteiligt sich an Aktionen von Verdi, zum Teil
kündigte er eigene Aktionen an.
Warum gibt es jetzt Warnstreiks?
Die Gewerkschaften fordern ein Plus mit einem Gesamtvolumen von fünf Prozent.
Diese Gesamtforderung setzt sich aus verschiedenen Einzelforderungen
zusammen. Die Arbeitgeber halten ein Plus von fünf Prozent für zu hoch. Sie
verweisen auf die leeren öffentlichen Kassen. Die Gewerkschaften halten den
Arbeitgebern vor, noch kein Angebot vorgelegt zu haben.
Für wen wird verhandelt?
Es geht direkt um rund 1,2 Millionen Angestellten im öffentlichen Dienst des
Bundes und der Kommunen – hier etwa um Busfahrer, Müllmänner,
Krankenschwestern, Straßenwärter und Erzieher. Indirekt würde ein
Tarifabschluss aber auch Beschäftigte der Bundesbank, der Bundesagentur für
Arbeit und im mittelbaren öffentlichen Dienst der Kommunen betreffen, dazu
gehören zum Beispiel Wohlfahrtsverbände. Insgesamt sprechen die
Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Tarifunion des Beamtenbundes dbb
von rund zwei Millionen Betroffenen. Zudem erwartet der dbb, dass ein
Abschluss auch auf die etwa 360.000 Beamten des Bundes, einschließlich
Soldaten und Richter, übertragen würde. Die rund 690.000 Angestellten im
öffentlichen Dienst der Länder haben einen eigenen Tarifvertrag, der erst
Ende 2010 ausläuft. Sie sind also jetzt nicht berührt.
Wer verhandelt?
Direkt am Verhandlungstisch sitzen auf Gewerkschaftsseite der dbb mit dem
ersten Vorsitzenden der Tarifunion, Frank Stöhr, und Verdi mit Chef Frank
Bsirske sowie zwei weitere Verdi-Vertreter. Auf der Seite der Arbeitgeber
verhandeln Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) für die Angestellten
des Bundes und Thomas Böhle von der Vereinigung kommunaler
Arbeitgeberverbände (VKA) für die Angestellten der Kommunen. Hinzu kommen
hier noch ein weiterer VKA- Vertreter und Finanzstaatssekretär Werner
Gatzer.
Wie geht es weiter?
Am 10. Februar wird in Potsdam weiter verhandelt. Angesichts der verhärteten
Fronten ist unwahrscheinlich, dass es dann ein Ergebnis gibt. Möglicherweise
werden weitere Verhandlungsrunden angesetzt. Kommt man am Verhandlungstisch
überhaupt nicht weiter, kann das Scheitern der Gespräche erklärt werden. Hat
dies mindestens eine Tarifvertragspartei getan, folgt die Schlichtung. Dabei
wird mit der Hilfe neutraler Vermittler versucht, den Tarifstreit zu lösen.
Auch bei der vergangenen Tarifrunde im Jahr 2008 für die Angestellten von
Bund und Kommunen kam ein Tarifergebnis erst in den Verhandlungen über einen
Schlichterspruch zustande. Scheitert auch die Schlichtung, können
Urabstimmung und richtige Streiks folgen.



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