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Deutschland

Tagung "Migration und Medien"

FDP-Politikerin: Ausländische Zeitungen kein Integrations-Hindernis

Schmitten im Taunus. Die Nutzung muttersprachlicher Medien ist nach Ansicht der ehemaligen Ausländerbeauftragten der Bundesregierung, Cornelia Schmalz-Jacobsen (FDP), kein Hindernis für die Intergration von Migranten in Deutschland. Die meisten Einwanderer und ihre Nachkommen nutzten diese Medien ohnehin parallel zu deutschsprachigen Zeitungen, Fernseh- und Radiosendern, sagte die FDP-Politikerin bei der Tagung „Migration und Medien“, die am Samstag in Schmitten im Taunus zu Ende ging.

Lediglich junge, wenig gebildete Frauen sowie alte, stark religiös geprägte Männer türkischer Herkunft liefen Gefahr, sich nicht eingliedern zu können, wenn sie sich ausschließlich aus Medien in ihrer Muttersprache informierten, so Schmalz-Jacobsen bei der Tagung der Evangelischen Akademie Arnoldshain. Unterstützung bekam sie vom Medienforscher des Südwestrundfunks, Ulrich Neuwöhner. Es sei für Migranten wie für Einheimische vor allem eine Frage des sozialen Milieus und des Bildungsstands, ob und wie intensiv Medien genutzt würden und welche.

Uwe Kammann vom Adolf-Grimme-Institut in Marl rief dazu auf, Fragen von Migration und Integration zum Thema aller Medien und aller Programme zu machen. Sparten- und Zielgruppenprogramme seien dazu ungeeignet. Kammann erklärte zugleich, die Redaktionen deutscher Zeitungen und Sendeanstalten hätten „die Türen für Menschen mit ausländischen Wurzeln inzwischen etwas weiter geöffnet“. Zudem seien Figuren und Darsteller mit Migrationshintergrund im deutschen Fernsehen mittlerweile wichtige Identifikationsfiguren.

Die Hamburger Fernsehredakteurin Marjan Parvand (Tagesschau/Tagesthemen) wies daraufhin, dass Journalisten mit Migrationshintergrund in vielen Redaktionen für eine andere, sorgfältigere Bearbeitung von Themen um Zuwanderung und Integration sorgten. Ihre deutschen Kollegen hätten trotz bester Absichten oft Defizite in der Wahrnehmung von Klischees und diskriminierenden Darstellungen.

Der Ausbildungsleiter des Hessischen Rundfunks (HR), Heiko Konrad, räumte zwar einen Nachholbedarf bei der Einstellung von Bewerbern mit Migrationshintergrund in seinem Sender ein. Auch diese müssten aber allen fachlichen Kriterien genügen. Scharfe Kritik am HR äußerte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte in Hessen, Corrado Di Benedetto. „Dieser Sender hat keine Strategie, auf die Bedürfnisse einer sich wandelnden Gesellschaft einzugehen“, hielt der dem HR-Fernsehprogrammdirektor Manfred Krupp entgegen. „Menschen mit Migrationshintergrund werden in HR-Sendungen entweder betätschelt, oder es wird extrem negativ über sie berichtet.“

„Leider haben wir nicht genügend Reporter mit Migrationshintergrund“, gestand Krupp ein. Auch er bedaure es, wenn über Migranten zu negativ oder mit oberflächlicher Zuwendung berichtet. werde. „Journalisten mit ausländischen Wurzeln sind aber noch keine Garanten für eine ausgewogene Berichterstattung“, sagte Krupp. Sein Sender habe ein Interesse, die gesellschaftliche Wirklichkeit abzubilden. Der Rundfunkrat des Senders werde darauf dringen, im HR ein „Kompetenzzentrum für Migrationsfragen einzurichten“, fügte dessen Vorsitzender Jörn Dulige hinzu.

 

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