Kirche in Niedersachsen
Kirchgänger in Hannover üben sich in Geldvermehrung
Das Experiment „Geld verschenken" der Lutherkirchen-Gemeinde in Hannover ist nach Ansicht der Organisatoren gelungen.
Hannover. Insgesamt 1.595 Euro verschenkte die evangelische Gemeinde im September während eines Gottesdienstes an etwa 350 Besucher und sorgte damit bundesweit für Schlagzeilen. Jeder, der einen Fünf-Euro-Schein erhalten hatte, sollte damit seine persönlichen Gaben entdecken und sie sinnvoll und kreativ einsetzen. Am Sonntag kamen rund 120 Menschen im Gottesdienst in der Nordstadt zusammen und zogen unter dem Titel „Schöne Bescherung“ eine erste Bilanz.
Eine ältere Dame erwarb Garn und häkelte Topflappen, die sie für zehn Euro das Paar abgab. Eine Mutter legte noch einmal fünf Euro drauf und kaufte Zutaten für eine Ringelblumensalbe. Ihr Sohn und ein Freund verzehnfachten den Einsatz, indem sie die Salbe in der Fußgängerzone für knapp 100 Euro verkauften. Jeder, der sich an der Aktion beteiligt hatte, konnte seinen „Gewinn“ während des Gottesdienstes unter der Kanzel in einen Korb abgeben. Im Januar will die Gemeinde die genaue Summe bekanntgeben und entscheiden, wem das Geld zugutekommen soll.
Ähnliche Aktionen haben bereits mehrere Kirchgemeinden in Deutschland für wohltätige Zwecke genutzt. So hatte vor zwei Jahren die evangelische Kirchengemeinde Collinghorst bei Leer in Ostfriesland für Aufsehen gesorgt, als aus etwa 1.000 Euro am Ende knapp 3.000 Euro wurden. Der hannoversche Problemstadtteil Nordstadt mit hoher Arbeitslosigkeit sei jedoch nicht Ostfriesland, sagte Pastor Matthias Grießhammer am Rande des Gottesdienstes. Er rechne nicht mit einer solchen Geldvermehrung.



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