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Deutschland

Umfrage

Mehrheit der Deutschen fürchtet den Islam

Mehr als drei Viertel der Deutschen machen sich Sorgen, dass der Islam sich hierzulande zu stark ausbreiten könnte.

Über tausend Gläubige beten am Eröffnungstag, Sonntag, 26. September 2008, in Duisburg in der größten Moschee Deutschlands. Die Mehrheit der Deutschen fürchtet, dass sich der Islam in Deutschland zu stark ausbreitet.
Foto: AP

Köln. Die Sorge vor einer zu starken Ausbreitung des Islams ist auch in Deutschland weit verbreitet. Gut jeder dritte Deutsche (36 Prozent) macht sich große Sorgen um eine Expansion des Islams in Deutschland. 39 Prozent haben hingegen nur ein wenig Sorge, dass sich der Islam in der Gesellschaft zu stark ausbreitet. 22 Prozent sehen hier kein Problem. Dies ergab eine neue Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des ARD-„Morgenmagazins“.

In Deutschland leben nach Schätzungen der Bundesregierung 3,8 bis 4,3 Millionen Muslime, von denen knapp die Hälfte die deutsche Staatsangehörigkeit hat. Der Islam in Deutschland ist stark türkisch geprägt: Derzeit stellen die aus der Türkei stammenden Gläubigen mit rund 2,5 Millionen die größte ethnische Gruppe unter den Muslimen, gefolgt von Menschen aus Südosteuropa, dem Nahen Osten, Nordafrika und Iran.

Sie gehören verschiedenen Glaubensrichtungen an: 74,1 Prozent sind Sunniten, 12,7 Prozent Aleviten und 7,1 Prozent Schiiten. Der Rest entfällt auf kleine Glaubensgemeinschaften wie Ahmadiyya, Ibaditen und Anhänger der islamischen Mystik (Sufis).

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick forderte derweil die in Deutschland lebenden Muslime auf, sich für den Bau von Kirchen in muslimisch geprägten Ländern einzusetzen – im Gegenzug für die Akzeptanz von Moscheen in Deutschland. Dies geschehe nicht oder zu wenig, bemängelte der katholische Geistliche im Interview des „Bayernkuriers“. Dort wird Schick mit den Worten zitiert: „Die islamischen Bürgerinnen und Bürger sollen Moscheen bauen dürfen, wozu übrigens nach dem Koran das Minarett nicht unbedingt dazugehört. Die Religionsfreiheit ist ein hohes Gut.“ Sie müssten sich aber zugleich für den Bau von Kirchen in muslimisch geprägten Ländern, zum Beispiel in der Türkei und Saudi Arabien, einsetzen. „Das tun sie nicht oder zu wenig“, kritisierte der Bischof. (abendblatt.de/AP/KNA)

 

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