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Atomlager Asse - die Chronik eines Skandals

1965 Die Münchner Gesellschaft für Strahlenforschung (GSF) erwirbt im Auftrag der Bundesrepublik das ehemalige Salzbergwerk Asse II. Dort sollen die Möglichkeiten einer sicheren Endlagerung radioaktiver Abfälle erforscht werden.

1967 In den Hohlräumen des Salzstocks beginnt die Einlagerung von leicht- und mittelradioaktiven Abfällen. Bis 1978 werden es rund 126 000 Fässer sein.

1988 Erstmals wird der Einbruch von Salzlauge in die Stollen der Asse entdeckt.

1992 Die Forschungen in dem Bergwerk werden eingestellt.

1993 Ein Gutachten im Auftrag der niedersächsischen Landesregierung kommt zu dem Schluss, dass ein nicht mehr beherrschbarer Wassereinbruch in das Bergwerk nicht auszuschließen ist.

1995 Auf dringende Empfehlung des Gutachtens beginnt man damit, verbliebene Hohlräume mit Abraumsalz zu verfüllen, um so die Standfestigkeit der Stollen zu verbessern.

2001 Die GSF teilt mit, dass von 1998 an täglich etwa zwölf Kubikmeter Steinsalzlauge in das Bergwerk geflossen sind.

2003 Die GSF räumt ein, dass sich der Laugenzufluss auf etwa 12,5 Kubikmeter pro Tag erhöht hat. Ein Geologe warnt: "Der Berg drückt - wir müssen handeln."

2009 Der Helmholtz-Gemeinschaft, deren Mitglied die GSF ist, wird die Aufsicht über die Forschung in dem Bergwerk entzogen. Aufseiten der Bundesregierung übernimmt das für Atomanlagen zuständige Umweltministerium die Zuständigkeit vom Forschungsministerium.

2009 Im Mai beschließt der niedersächsische Landtag, einen Untersuchungsausschuss zum Asse-Skandal einzurichten.

2009 Im Oktober stürzt im Bergwerk in 500 Meter Tiefe eine Decke zwischen zwei Kammern ein. (HA)

 

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