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Deutschland

Heimkinder

„Die Unwertigen" über Schicksal von Heimkindern nach 1945 feierte Vorpremiere

Der Dokumentarfilm „Die Unwertigen" von Regisseurin Renate Günther-Greene über das Schicksal von Kindern, die während der NS-Zeit von ihren Eltern getrennt in Heimen leben mussten, hatte am Sonntag in Düsseldorf Vorpremiere.

Düsseldorf. Im Nationalsozialisten hätten Jugendliche nach ihrem Wertesystem der Rassenhygiene und Eugenik aussortiert, sagt Regisseurin Günther-Greene. Die wertigen Kinder wurden gefördert, die unwertigen aussortiert und ausgemerzt. Der 86-minütige Film erzähle dabei auch von der gesellschaftlichen Verdrängung nach 1945 und den Auswirkungen für die Betroffenen bis heute. Bei der Preview im Düsseldorfer Savoi-Kino waren auch einige der Protagonisten des Dokumentarfilms anwesend. Der heute 77 Jahre alte Richard Sucker wurde beispielsweise als uneheliches Kind seiner Mutter mit eineinhalb Jahren weggenommen und in ein Waisenhaus in Breslau gesteckt, wo er ab seinem fünften Lebensjahr Zwangsarbeit verrichten musste. Auch nach Ende des Zweiten Weltkrieges blieb Sucker in Heimen, wo nach seiner Schilderung bis in die 70er Jahre Prügel und unbezahlte Zwangsarbeit zum Alltag gehörten.

Auch Waltraut Richard, deren Mutter wegen ihrer Patenschaften für jüdische Kinder in ein Konzentrationslager deportiert wurde, kam mit ihren Geschwistern während der NS-Zeit ins Heim. Lange hätten sie nichts über den Verbleib ihrer Mutter erfahren, sagte Richard. Erst viele Jahre nach dem Ende des Weltkrieges hätten sie sie wieder getroffen. Günter Discher wurde dagegen wegen seiner Liebe zur Swing-Musik in ein Jugend-KZ gebracht.

Die heute 77-jährige Elfriede Schreyer wurden von den Nazis als angeblich „schwachsinnig“ in ein Heim eingewiesen, wo sie bis in die 1970 untergebracht war. Ihre drei Kinder wurden ihr nach der Geburt weggenommen. Schreyers Fall sei ein Beispiel dafür, dass nach 1945 noch über viele Jahre hinweg „alles beim Alten blieb“, sagte Regisseurin Günther-Greene. „Die Heimkinder, von den Nationalsozialisten in die Anstalten eingewiesen, wurden weiter ausgegrenzt.“ Sucker kämpft vor dem Petitionsausschuss des Bundestages für eine Wiedergutmachung. „Das bin ich all denen, denen es genauso wir mir ergangen ist, schuldig“, sagte er.

Der Film „Die Unwertigen“ ist am 21. und 22. November jeweils um 15.30 Uhr im Düsseldorfer Bambi-Kino zu sehen. Am 25. November läuft er im Münchner Kino Neue Arena, am 9. Dezember im Kino Koralle in Hamburg, am 10. Dezember im Kino im Künstlerhaus in Hannover. (epd/abendblatt.de)

 

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