Waffennarr
Ex-Polizist Kurras wegen Waffenbesitzes vor Gericht
Berlin. Mehr als 40 Jahre nach seinem Todesschuss auf den Studenten Benno Ohnesorg kommt der pensionierte Berliner Polizist Karl-Heinz Kurras erneut vor Gericht. Wegen illegalen Waffenbesitzes muss sich der 81-Jährige von morgen an vor dem Berliner Amtsgericht Tiergarten verantworten. In seiner Wohnung in Spandau war im Juni ein geladener Revolver der Marke Smith & Wesson vom Kaliber 38 sichergestellt worden. Auch 165 Patronen und einen sogenannten Totschläger hatten die Beamten beschlagnahmt. Zuvor hatte Kurras, der schon in seiner aktiven Dienstzeit als Waffennarr galt, Ende Mai der Polizei bereits freiwillig eine Pistole und Munition ausgehändigt.
Kurras hatte am 2. Juni 1967 am Rande einer Demonstration gegen den Schah von Persien in West-Berlin den 22-jährigen Studenten Benno Ohnesorg erschossen und damit zur Radikalisierung der Studentenbewegung beigetragen. Er wurde 1967 und 1970 vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen. Erst Ende Mai 2009 war er als Spion enttarnt worden, der das DDR-Ministerium für Staatssicherheit über lange Jahre mit Informationen aus der West-Berliner Polizeibehörde versorgte.



100. Geburtstag
Axel Springer





Branchenbuch Hamburg
Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages




