Luftschlag in Afghanistan
Guttenbergs Einschätzung zum NATO-Bericht erwartet
Nach dem Luftangriff in Afghanistan ist Oberst Georg Klein in Kritik geraten. Der NATO-Bericht zu diesem Vorfall ist jetzt ausgewertet worden.
Bundesverteidigungsminsiter Karl-Theodor zu Guttenberg wird sich in den nächsten Tagen zum geheimen NATO-Bericht bezüglich des Luftangriffs in Afghanistan am 4. September dieses Jahres äußern.
Foto: AP
Berlin. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) will dem Bundestag bald seine Einschätzung der NATO-Untersuchungsergebnisse zum folgenschweren Luftangriff in Afghanistan geben. Die Auswertung des geheimen NATO-Berichts im Ministerium sei nun abgeschlossen, sagte ein Ministeriumssprecher am heutugen Mittwoch in Berlin. Wann die Parlamentsunterrichtung stattfinden soll, sei aber noch offen.
US-Kampfjets hatten am 4. September auf Anforderung des deutschen Oberst Georg Klein zwei Tanklastzüge bombardiert, die von Taliban gekapert worden waren und dann in einem Flussbett feststeckten. Unter Berufung auf den NATO-Bericht erklärte das Ministerium in der vergangenen Woche, die genaue Zahl der Opfer des Luftschlags sei nicht zu ermitteln. Die Zahl der Toten und Verletzten liege zwischen 17 und 142, darunter 30 bis 40 Zivilisten. Seit Montag ist der Bericht für ausgewählte Abgeordnete im Bundestag einsehbar.
Öffentlich wurden Vorwürfe gegen Klein laut. Bundeswehr-Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan hatte aber nach einer ersten Auswertung der NATO-Untersuchung erklärt, er habe keinen Grund daran zu zweifeln, dass Klein militärisch angemessen gehandelt habe. Auf die Frage, ob sich Guttenberg an diese öffentliche Feststellung gebunden fühle, sagte sein Sprecher am Mittwoch: „Der Minister wird zu einer eigenen Einschätzung kommen.“




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