Parteien
Homburger neue Fraktionschefin der FDP
Die FDP im Bundestag hat eine neue Führung. Zur Fraktionsvorsitzenden wählten die Abgeordneten gestern mit 93,25 Prozent der Stimmen die baden-württembergische Landesvorsitzende Birgit Homburger.
Berlin. Parteichef Guido Westerwelle, der unmittelbar nach der Bundestagswahl als Fraktionschef bestätigt worden war, gab das Amt auf, da er in der neuen schwarz-gelben Bundesregierung Außenminister und Vizekanzler wird.
Homburger erhielt die Stimmen von 83 der 89 anwesenden FDP-Parlamentarier. Vier Abgeordnete stimmten gegen sie, zwei enthielten sich der Stimme. Die 44 Jahre alte Diplomverwaltungswissenschaftlerin aus Singen war bislang schon Fraktionsvize und sicherheitspolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Im Verteidigungsausschuss des Bundestags kümmerte sie sich um die Auslandseinsätze der Bundeswehr, die Rüstungspolitik und den Wehretat. Darüber hinaus widmete sie sich der Umweltpolitik und dem Bürokratieabbau. Bei den Koalitionsverhandlungen mit der Union war Homburger mit von der Partie. In der Arbeitsgruppe Außen und Verteidigung setzte sie sich für die Abschaffung der Wehrpflicht ein, erreichte aber lediglich, dass der Wehrdienst ab 2011 von neun auf sechs Monate verkürzt wird.
Homburger trat 1982 in die FDP ein und engagierte sich zunächst bei den Jungen Liberalen, deren Bundesvorsitzende sie 1993 wurde. 1990 kam sie erstmals über die Landesliste in den Bundestag und wurde seitdem mehrfach wiedergewählt.
Homburger bezeichnet sich selbst als "Mannschaftsspielerin". Sie mache "keine Politik aus dem Bauch heraus" und denke "immer mehrere Züge voraus", sagte sie einmal in einem Interview. Homburger sprach nach ihrer Wahl zur Vorsitzenden von "großer Geschlossenheit und Aufbruchstimmung" in der Fraktion der Liberalen.
Als Stellvertreter Homburgers an der Fraktionsspitze wurden Carl-Ludwig Thiele, Heinrich Kolb, Gisela Piltz, Jürgen Koppelin, Miriam Gruss und Ulrike Flach gewählt. Parlamentarischer Geschäftsführer wurde erneut Jörg van Essen, seine Stellvertreter Christian Ahrendt, Otto Fricke und Claudia Winterstein.
Einstimmig ernannten die FDP-Abgeordneten erneut den Finanzexperten Hermann Otto Solms zum Kandidaten für das Amt des stellvertretenden Bundestagspräsidenten.



100. Geburtstag
Axel Springer





Branchenbuch Hamburg
Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages




