Thilo Sarrazin
Bundesbank-Vorstand entschuldigt sich für türkenfeindliche Äußerung
„Die Reaktionen zeigen, dass nicht jede Formulierung gelungen war." Thilo Sarrazin hatte die Türken in Berlin schwer beleidigt.
Berlins früherer Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) arbeitet jetzt in der Bundesbank. Er hatte die Berliner Türken schwer beleidigt.
Foto: dpa/DPA
Berlin. Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin hat sich für seine umstrittenen Äußerungen über Berlin und zu Integrationsproblemen von Migranten entschuldigt. „Die Reaktionen, die mein Interview in ,Lettre International’ verursacht hat, zeigen mir, dass nicht jede Formulierung in diesem Interview gelungen war“, schrieb der frühere Berliner Finanzsenator in einer „persönlichen Mitteilung“.
Sein Anliegen sei es gewesen, die Probleme und Perspektiven der Stadt Berlin anschaulich zu beschreiben, nicht aber einzelne Volksgruppen zu diskreditieren. „Sollte dieser Eindruck entstanden sein, bedauere ich dies sehr und entschuldige mich dafür.“ Er habe als Berliner Bürger und ehemaliger Finanzsenator seine private Meinung geäußert, nicht aber für die Bundesbank gesprochen. „Ich bedauere, wenn es diesbezüglich zu Missverständnissen gekommen ist.“ Die Bundesbank hatte sich am Mittwoch „entschieden in Inhalt und Form von den diskriminierenden Äußerungen von Dr. Thilo Sarrazin“ distanziert.
„Die Reaktionen auf meine Äußerungen haben mir bewusst gemacht, dass Aussagen eines Vorstands der Deutschen Bundesbank wegen der besonderen Stellung der Person und der Institution von der Öffentlichkeit mit großer Aufmerksamkeit und Sensibilität wahrgenommen werden“, schrieb Sarrazin und versprach: „Ich werde deshalb in Zukunft bei öffentlichen Äußerungen mehr Vorsicht und Zurückhaltung walten lassen.“ Die Bundesbank ist mit öffentlichen Stellungnahmen meist sehr zurückhaltend. Ihre Vorstände äußern sich generell nur zu Themen, die ihr Ressort betreffen.
Sarrazin hatte in dem Interview gesagt, Berlin sei belastet von „der 68er-Tradition und dem Westberliner Schlamp-Faktor“. Ein Problem sei, „dass 40 Prozent aller Geburten in der Unterschicht stattfinden“. Aber „türkische Wärmestuben“ könnten die Stadt nicht voranbringen.




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