Letzte Umfragen
Schwarz-gelber Vorsprung wackelt
Die geplante Koalition von Union und FDP hat in den Umfragen an Boden verloren. Vier Tage vor der Wahl gibt es ein Patt mit Rot-Rot-Grün.
Reicht's ihnen? Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr möglicher Regierungspartner, FDP-Chef Gudo Westerwelle.
Foto: AP
Hamburg/Berlin.
Wenige Tage vor der Bundestagswahl hat Schwarz-Gelb seinen lange Zeit
komfortablen Vorsprung eingebüßt. Die Befragungen der Institute Forsa, Info
GmbH und Allensbach deuten auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Union und
FDP auf der einen Seite sowie SPD, Linkspartei und Grünen auf der anderen
hin.
Dem Wahltrend von „Stern“ und RTL zufolge liegen Union und FDP in der Wählergunst mit zusammen 48 Prozent so knapp wie nie zuvor in diesem Jahr vor SPD, Grünen und Linkspartei (insgesamt 47 Prozent). Noch im Februar hatte das sogenannte linke Lager in der Forsa-Umfrage 8 Punkte zurückgelegen. Dennoch könnte es dem Institut zufolge mit Überhangmandaten eine Mehrheit für Union und FDP geben.
Die Union könnte laut Forsa mit 35 Prozent der Stimmen rechnen, zwei Punkte weniger als in der Umfrage direkt nach dem TV-Duell zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Herausforderer Frank-Walter Steinmeier. Auf die FDP entfallen 13 Prozent (plus 1). Die SPD steigerte sich um zwei Punkte auf 26 Prozent. Grüne (11 Prozent) und Linke (10) blieben unverändert.
Kanzlerin Merkel hat in der Bevölkerung laut
Forsa deutlich an Sympathie verloren. Wenn die Deutschen ihren
Regierungschef direkt wählen könnten, würden sich nach dem
„Stern“/RTL-Wahltrend 49 Prozent für die CDU-Chefin entscheiden, sieben
Punkte weniger als am Montag vergangener Woche. Steinmeier konnte sich um
zwei Punkte auf 26 Prozent steigern. Laut Umfrage stehen die SPD-Anhänger
nun stärker hinter ihm: Drei Viertel von ihnen (76 Prozent) wünschen sich,
dass er ins Kanzleramt einzieht. Im Laufe des Jahres schwankte der Wert
zwischen 50 und 60 Prozent.
Nach einer repräsentativen Umfrage des Berliner Institutes Info GmbH im
Auftrag des „Handelsblatts“ erreichen Union und FDP zusammen sogar nur noch
46 Prozent – SPD, Grüne und Linke hingegen 49 Prozent. Die Union rutscht auf
34 Prozent ab, die FDP auf 12 Prozent. Das ist laut Institut der schwächste
Wert für das schwarz-gelbe Lager seit Beginn der heißen Wahlkampfphase
Anfang Juli. Die SPD kann sich auf 27 Prozent verbessern, die Linke erreicht
12 Prozent, die Grünen 10 Prozent.
Laut Allensbach-Umfrage in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ kommen CDU
und CSU auf zusammen 35 Prozent, der Wunsch- Koalitionspartner FDP auf 13,5
Prozent. Die SPD könnte mit 24 Prozent der Stimmen rechnen. Die Grünen kämen
auf 11 Prozent, die Linkspartei auf 11,5 Prozent.






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