23.02.13

Pferdefleisch-Skandal Frankreich will zwingende EU-Regel

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Foto: AFP

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Als Folge des Fleischskandals haben sich die EU-Staaten zum Nachweis falsch deklarierter Produkte auf die Einführung von Gentests geeinigt.

Paris. Der französische Präsident François Hollande pocht angesichts des Ausmaßes des Pferdefleischs-Skandals auf eine allgemein verbindliche EU-Regel zur Etikettierung für fertige Fleischgerichte. Das sei ein notwendiger Schritt, um den Verbraucher zu schützen, sagte Hollande bei der Eröffnung der internationalen Landwirtschaftsmesse am Sonnabend in Paris. "Der Verbraucher muss über die Herkunft der Produkte, die er konsumiert, informiert werden, vor allem über Fleisch. Er wolle in den nächsten Monaten seine europäischen Partner von einer notwendigen und zwingenden Kennzeichnung überzeugen.

Als Folge des Fleischskandals haben sich die EU-Staaten vor einer Woche zum Nachweis falsch deklarierter Produkte auf die Einführung von Gentests geeinigt und bei Pferdefleisch zur Fahndung nach Rückständen des entzündungshemmenden Medikaments Phenylbutazon. Bisher muss nur bei frischem Rindfleisch das Herkunftsland angegeben werden. Bei Fertigprodukten reicht hingegen die Angabe aus, welche Fleischart verarbeitet wurde. Noch zu Beginn des Skandals hielt die EU-Kommission eine Änderung der Kennzeichnungsregeln für unnötig und laut Sprecher der Verbraucherschutz-Kommission Tonio Borg für zu "verfrüht".

In Großbritannien wurden vor wenigen Tagen acht Pferde von britischen Schlachtern positiv auf das für den Menschen gesundheitsschädliche Medikament Phenylbutazon getestet. Drei von sechs aus England nach Frankreich eingeführte Pferde sollen nun in Frankreich in die Nahrungskette geraten sein, wie die französische Tageszeitung "Le Figaro" auf ihrer Online-Seite berichtete. Das Pferdefleisch sei im Januar eingeführt worden und mittlerweile verarbeitet, zitiert die Zeitung am Sonnabend einen Sprecher des Landwirtschaftsministeriums.