07.02.13

FDP-Chef von Hessen Hahn stellt Akzeptanz Röslers als Vizekanzler infrage

Philipp Rösler und Jörg-Uwe Hahn

Foto: dpa

Philipp Rösler und Jörg-Uwe Hahn Foto: dpa

Wegen seiner Äußerung über Röslers vietnamesisches Aussehen ist Hahn in die Kritik geraten. Opposition spricht von stilloser Entgleisung.

Wiesbaden. Hessens FDP-Landesvorsitzender Jörg-Uwe Hahn (FDP) hat die Akzeptanz von FDP-Chef Philipp Rösler als Vizekanzler wegen dessen vietnamesischer Herkunft infrage gestellt. "Bei Philipp Rösler würde ich allerdings gerne wissen, ob unsere Gesellschaft schon so weit ist, einen asiatisch aussehenden Vizekanzler auch noch länger zu akzeptieren", sagte Hahn, der auch Integrationsminister in Hessen ist, der "Frankfurter Neuen Presse" (Donnerstag).

Die Opposition im hessischen Landtag reagierte mit Kritik und Vorwürfen auf die Äußerung: "Dass Herr Hahn infrage stellt, ob unsere Gesellschaft einen "asiatisch aussehenden Vizekanzler" noch länger akzeptiert, ist eine stillose Entgleisung", sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, Günter Rudolph. Die Äußerung unterstelle nicht nur den Menschen eine fremdenfeindliche Neigung. "Sie zeigt auch, dass der Integrationsminister selbst offenbar rassistische Tendenzen hat."

Linken-Fraktionschefin Janine Wissler sagte, "Hahn greift mit seiner Anspielung auf Philipp Röslers Aussehen in die allerunterste Schublade des politischen Machtkampfs". "Als Hessischer Minister für Integration erweist sich Hahn damit als offensichtliche und unerträgliche Fehlbesetzung."

Nach der Kritik aus den Oppositionsfraktionen kündigten die Liberalen für den Nachmittag eine Stellungnahme an. Zuvor hatte Hahn bereits über den Kurznachrichtendienst Twitter erklärt, er habe nicht den FDP-Bundesvorsitzenden kritisieren, sondern eine gesellschaftliche Debatte anstoßen wollen.

((dpa))