28.01.13

Katholische Krankenhäuser Verbandschef: "Pille danach" im Einzelfall legitim

Heilig Geist-Krankenhaus

Foto: dpa

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Das heiße aber nicht, dass nun für die katholischen Krankenhäuser eine neue generelle Richtlinie eingeführt werde, sagt Thomas Vortkamp.

Düsseldorf/Freiburg. Der Geschäftsführer des Katholischen Krankenhausverbands, Thomas Vortkamp, hält es für vertretbar, Frauen im Einzelfall die "Pille danach" zu geben. Das heiße aber nicht, dass nun für die katholischen Krankenhäuser eine neue generelle Richtlinie eingeführt werde, sagte Vortkamp am Montag. Die Häuser sollten aus der Situation heraus entscheiden dürfen, stets vor dem Hintergrund, ob das Opfer zum Beispiel nach einer Vergewaltigung psychische oder physische Schäden erleiden könne. "Wir müssen das klären und eine Lösung finden", sagte Vortkamp.

Der Chef des Verbands mit Sitz in Freiburg hatte am Sonntag im WDR-Fernsehen angekündigt, Gespräche zu dem Thema mit der Deutschen Bischofskonferenz aufzunehmen. Der Katholische Krankenhausverband vertritt 435 Kliniken in ganz Deutschland. Nachdem bekannt geworden war, dass katholische Kliniken eine vergewaltigte Frau abgewiesen hatten, hatte der Verband erklärt, dass kein katholisches Krankenhaus die "Pille danach" verabreichen dürfe.

Der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz in Bonn, Matthias Kopp, zeigte sich über den Vorstoß Vortkamps sehr überrascht. "Wir wissen nichts von solchen Gesprächen und haben aus den Medien davon erfahren", sagte er.

((dpa))